Archiv für den Autor: Peter Knüppel

27. Tag

Um 08:00 sind wir in Klintholm los, Astrid und KH gehen direkt nach Boltenhagen via Gedser.
10:00, wir sind im Grönsund ujnd haben den Wind von vorne. Kreuzen geht nicht aufgrund des engen Fahrwassers, also 5 Meilen Motoren, dann dreht der Sund nach West und wir können segeln und nach Femö oder Veijrö gehen, evtl. nach Spodsberg. Das Wetter ist kühler, und n ur bei Sonne mach es Spaß diese mehrfach befahren Routen und oft besuchten Häfen wieder anzuzlaufen. Wir bewegen uns im bekannten, gewohnten Bereich, also Strecke machen.

Im Smalandsfahrwasser müssen wir kreuzen, der Wind geht auf NW.

Wir entscheiden, unterhalb Femö Richtung Kragnaesfahrwasser zu gehen, über einge Flachs. Glattes Wasser, deshalb sind 2,30 m noch passend, aber spannend.

17:00, hinter Kragnaes fallen wir ab Richtung Spodsberg, das sind noch 3 Stunden. Leider dreht der Wind zurück auf SO, wir haben ihn wieder von vorne.

20:00 sind wire in Spodsberg fest. Dummes Manöver, ich hatte den Relingsgrill überstehen und nach passieren des steuerbordseitigen Heckpfahles brauche ich den nun nicht mehr sauber zu machen.

26. Tag

05:00 klingelt der Wecker, Ike schläft noch. Ich gehe mit Jazz im Park toben. nach 30 Minuten ist´s genug und ich mache das Schiff klar, Ike wacht davon auf. Um 06:15 legen wir ab, der Tag verspricht sonnig zu werden. Das Boot ist triefnass vom Tau, der Wind ist noch auf 260°. Unter Motor machen wir uns den eigenen Wind, nehmen das Groß dazu und legen Kurs Klintholm an.

09:00, der Wind hat gedreht auf 285°, langsam halbwindig, aber mit 7 kn nichts zum Strecke machen. Also erstmal weiter Motorsegeln. Die Sonne fängt an zu wärmen.

Es bleibt beim Motorsegeln. Der Wind dreht auf NNW, dann langsam zurück auf E, mit zuletzt 1 kn. Immerrhin, mit Overdrive und steif gesetztem Groß erreichen wir bis 7,1 kn über Grund, die welle baut sich ab, zum Schluss glattes Wasser. Zeit zu lesen; das AIS zeigt die Kurse der entgegenkommenden Schiffahrt und wir sind von allen klar frei.

Um 14:45 sind wir in  Klintholm innen an der Außenmole fest; da lagen wir auch mit der Sprinta. Fisch gibt es nicht mehr zu kaufen in Klintholm, beide Räuchereien sind dicht; schade. Wir backen Pfannkuchen und 1 h später sind auch Astrid und KH da und legen sich neben uns. Zeit zum gammeln; im kleinen Kaufmann gibt es den neuen Spiegel und ein paar Sachen zum Grillen werden besorgt. Jazz tobt am Strand und ist nun hundemüde, platt. Mal sehen, ob wir morgen Femö schaffen. Die Gedanken sind schon im NOK und bei der Rückführung des Bootes nach Holland. Bisher fallen alle meine Jungs aus, solo wär´s auch möglich.
Donnerstag Kiel, Ike Freitag früh weg, ich durch den NOK nach Cuxhafen, Samstag wäre das Wetterfenster nach NL. Mal sehen.

25. Tag

Ablegen, Ziel Kaseberga, um dort die größte Schiffsetzung Schwedens anzusehen. Der Wind ist ruppig 18 kn auf der Nase, und wir müssen 1 Stunde gegenan; der Ruimpf knallt in die Wellentäler und Jazz mag das gar nicht. Am Kap können wir abfallen und haben halben Wind. Aber immer noch Welle, und deswegen laufen wir den flachen Hafen mit nur 2,50 m Tiefe lieber nicht an; weiter geht es nach Ystad. Das hat sich gewandelt, eine komplette neue Anlage mit breiten Pontonstegen und Auslegern, und einem neuen bereiten Holzkai an der Mole zum Längsliegen. Wir legen rückwärts längs an und haben ablandigen Wind, dümpeln also neben dem Steg.

Das war vor 14 Jahren mit der kleinen Sprinta anders. Regenwetter, vor der Hafeneinfahrt ging der Aussenborder aus und eine Fähre begann auszulaufen. Anlegen an einem wackeligen Steg mit Heckpfählen, strömender Regen und klatschnass in unvollkommener Kleidung. Aber der Hafenmeister hatte die Sauna an und wir sind sofort mit allen nassen Klamotten von Bord und in die Sauna. Herrlich!

Regnen tut´s auch seit 16:00, in der Stadt ist alles dicht und der Supermarkt hat zum Glück auf, so das wir Brot kaufen können. Also erstmal gemütlich lesen und Mittagsschlaf halten. Ich werde wach, weil das Boot in die Leinen einruckt und rigge einen Ruckdämpfer, und dann gehts bald in das Hafenrestauratnt was essen.

Morgten geht es nach Klintholm, 57 sm, der Wind soll auf West drehen, das wäre dann am Wind / halbwindig, um 7 kn. Wird wohl nicht ohne Motor angehen. Mal sehen.

22:00, Wind immer noch aus 243°, da sollten 90 dazukommen….nach DWD um 02:00.

24. Tag

Seit 04:00 nervt ein quietschendes Geräusch und leichtes rumsen, das ich nicht zuordnen. Umdrehen, Verdrängen, Umdrehen, Verdrängen. Um 07:30 stehe ich auf um das zu beheben. Kommt vom Nachbarschiff…Motorboot. Dessen Bugleiter liegt auf dem Steg und reibt. Eine untergelegte Holzleiste behebt das Problem.

Ich marschiere zum Sommerkaufmann (Hatte keine Sommer auf Lager, sonst hätte ich mich eingedeckt) und tausche den Brötchengutschein gegen Rundstücke. Es gibt noch etwas Fischerei im Hafen, und das macht sofort eine andere Atmosphäre als in den üblichen Marinaghettos.

Einige Fotos:

Hafen 1

Fischerhütten

Motor

Ein alter Seagull Zweizylinder, wird bestimmt noch einmal gebraucht

Netz

Netze

Post

Die Poststation

JazzCafe

Jazz beim Kaufmann

Bug

Boot auf dem Slip, Kupferplatten auf Eiche gegen Bewuchs.

Yoho

Yoho mit Heckanker am Steg. Das rote Heck; es gibt wenig rote Boote.

Jetzt warten wir, bis KH seinen Landlieger ´rausgelassen hat und dann gehts wandern. Eine schöne Insel, Hanö.
Einmal um die Nordspitze, zum engischen Friedhof und zum Leuchtturm. Es geht durch Strauchwerk, über riesige blanke Granitplatten, in deren Rinnen sich Vegetation festklammert, hoch zum Leuchtturm. Wir sehen 2 Hirschrudel, pflücken einige Brombeeren und freuen uns über Jazz, die durch die Landschaft saust. Zurück im Hafen ist sie so platt, das sie nicht mal mehr in´s Wasser schwimmen will.

11:00 legen wir ab Richtung Simrishamn, 30 sm, dort Diesel bunkern, und dann weiter in den kleinen Hafen Skillinge. Kaum Wind, aber von vorne, also Motoren gegen alte Welle, aber die wird in Landnähe weniger.
Also Autopilot an und lesen.
Und Ausschau halten, etliche deutsche und niederländische Yachten ziehen nach Süden Richtung KielKanal. Da müssen wir auch hin.

In Simrisham tanken wir, 140 Liter. Weiter geht´s nach Skillinge, sehr kleiner Hafen. Wir legen uns in den Fischerhafen, Astrid und KH auf uns drauf und nehmen ein Ankommerbier im Hafenrestaurant. Leckere Sachen kochen die da, aber bei uns gibt´s Ikes Putanesca. Das ist unschlagbar.
Ich hab auch richtig Hunger auf viel Nudeln!

 

 

 

 

23. Tag

Morens ist wenig Wind, von Backbord. Fock ausrollen so daß das Vorstag frei liegt und dann zieht mich Ike hoch in den Mast, ich habe das Spi-Fall zum Bugsprit gespannt und kann darann parallel zum Vorstag schrittweise abgefiert werden und alle 8 fehlenden Schrauben mit Loctite wieder einsetzen.

Das neue Marinemuseum ist fantastisch aufgemacht. WEie in fast allen Kriegsmuseen in Schweden ist der Zeit des kalten Krieges und der Sinnlosigkeit von Krieg ein großes Kapitel gewidmet. Was ich nicht wußte, ist, das Schweden in vielen internationalen Friedensmissionen mitarbeitet, so auch am Horn von Afrika gegen Piraterie.

Wir laufen gegen 13:00 aus, von links kommt ein Kriegschiff. Hubschrauberträger mit Lenkwaffen, seltsam geometrisch geformt, hat nichts mehr mit Schiffsilhouetten zu tun. Stealth, Radar nicht reflektierend, grau in grau gemalt, unwirklich und geräuschlos zieht es vor uns vorbei.

Jetzt liegen wir im Hafen von Hanö, hinter der Mole mit der Nase im Wind. Morgen früh gehts über die kleine Insel, 11 Einwohner! Es gibt einen englischen Friedhof aus der Zeit der Kontinentalsperre 1807-1814; Napoleon sollte isoliert werden, und die Engländer hatten Hanö damals als Basis besetzt. Das war die Hochzeit der Segelschiffskriegsführung, im Museum auch anschaulich und eindrücklich dargestellt.

Karlskrona war Flottenbasis, und es gab u.a. auf der Marinewerft den Beruf des Blockmachers. 30 Handwerker stellten nur Blöcke her….und die Werft in 5 Jahren 7 Linienschiffe und 7 Fregatten in einer Art Taktbauweise.

Nach einem guten Essen im Hafenrestaurant, Fischsuppe und Zander mit grünem Spargel und überbackenem Kartoffelstampf beobachte ich den Leuchtturm, dessen 3 Gleichtaktstrahlen in 2 Sekunden Abstand über uns hinwandern und die Seefahrer leiten. Seit mehr als hundert Jahren.

Sehe gerade, das wir im Positionsreport einen kurzen Abstecher ins Südmeer Richtung Antarktis gemacht haben; das bringt Meilen….wohl ein Fehler bei der Positionsübermittlung.