Archiv für den Autor: Peter Knüppel

22. Tag

08:00 ablegen, stilles Manöver mit Seitenwindhilfe, und schönes Segeln um Utlängan hart am Wind 8 sm, dann Wende und nochmal hart am Wind 8 sm und dann abfallen in die Bucht von Karlskrona. Sonnig, aber im Wind kühl, später dann raumwindig wie immer warm. Beim Segeln entdecke ich, das sich die Sicherungsschrauben der einzelnen Profilvorstagschüsse zum Teil gelöst haben, 8 Stück sind gone with the sea….

Edelstahlschrauben M5, Zylinderkopf mit Schlitz, Länge 6 mm gibt es hier nicht und ich habe auch keine dabei. Also Schraubstock ´raus und die passende Anzahlk + 4 in Reserve abgesägt auf die passende Länge. Wenn heute abend – hoffentlich – der Wind einschläft werde ich die Fock ausroillen und ike muss mich dann im Sitzgurt in den Mast ziehen, damit ich die Schrauben ersetzen kann. Die klebe ich nun mit Loctite ein.

Aber das Schlagen des Segels, Spannung und Entrspannung sind schon gewaltige Kräfte.

Wear and tear sagt der Engländer….KH hat´s die Steuersäule losgeschlagen. Ebenfalls Schrauben gelöst. Keine Sicherungsschrauben, kleine Klemmringe. Nun, GFK ist hat weicher als Strahl, und darin zu schrauben geht nur mit einer gewaltigen druckverteilenden Gegenplatte. Die´s aber auch nicht gibt. Mein Respekt vor Edelwerften sinkt mal wieder weiter nach unten.

Morgen sehen wir uns das Marinemuseum an und dann geht´s weiter, Utklippan, Hanö, mal sehen, wie der Wind steht. Der wird auch essentiell für die weitere Planung. Leider meist West mit südlicher Komponente.
Also vermutlich die Bucht von Hanö aussegeln.

Ich habe Freds Musik laufen, Vangelis ;-)) Glory in Paradise. Sie kommt runter, dreht ganz leise. Wenig später ssetzt sie sich auf den Navisitz, grinst, startet laut Vabgelis. Ich sage, das hast Du mir gerade abgedreht. Nee, echt?
Jetzt geht der Meister an den Herd, Rolls mit Gemüsehackfleischfüllung gibt es, mit ordentlich Zwiebel.

21. Tag

Morgens schnell einkaufen für die nächsten 4 Tage, dann um 10:30 ablegen.Astrid und KH segeln mit.
Erstmal gibt es Wind, versprochen sind für die nächsten 2 Tage West. Vor Kalmar gibt es Windlöcher, der Wind südet und ab Kalmar haben wir4-5 kn Wind auf der Nase und ein Gewitter mit schwarzen Wolken von Backbord aufziehend.

Dann ging es sehr schnell, es wird dunkel, es kommt eine Sturzregenfront und dann Hagel in Erbsen bis Bohnengröße. Astrid und KH´s Schiff verschwindet im Hagel. Ich halte das Boot am Wind

Hagel1

und im Segelkleid sammelt sich der Hagel und rauscht als Eisbach an der Baumnock ins Meer.

Hagel3

Im Cockpit, auf Deck liegt Hagel.

Hagel2

Was tun damit:

In Gläser füllen und Campari ´draufgießen.

Hagel4

Und einen Sack abfüllen ins Gefrierfach legen für ähnliche Zwecke später.

Hagel5

Campari on the Hagel…..

Kurz darauf gibt es die nächste Bö, weniger Hagel, Der Wind dreht auf Ost, Nord West, Nord. Unter Groß mit Bullentalje und Winden achterlich 5-6 kn laufen wir unter Motor 8-9 kn.

Dann kommt die Sonne, es wird warm und im Nu ist das Teakdeck wieder trocken. 1/2 Stunde sonnen und dann kommt die nächste Gewitterwolke. Ostseewetter.
Noch eine Stunde bis Kristianopel, das hört sich byzantinisch an, warum, weiß der Teufel.
In Kristianopel gehen wir rückwärts ´rein und längs an den Kai.
Ich finde einen  Schnuller, der Jazz gefällt. Sieht bescheuert aus, Hund mit grünem Schnuller!
19:30, die Pfifferlinge brutzeln in der Pfanne, es herrscht ein wunderbares Abendlicht, das alle Farben satt und kräftig erscheinen läßt, und ab und zu regnet es leicht. Das waren heute 44 sm, morgen wollen wir um Utlängan herum und nach Karlskrona. Da soll es ein fantastisches vielgelobtes Marinemuseum geben. Und jetzt ein Bier her!

 

20. Tag

20 Tage, keine Tageszeitung, kein Spiegel, kein TV (sowieso selten) E-mails wenige und nur dann, wenn ein Netz empfangbar ist. Sensationelle einsame Landschaft, Stadttrubel wenn wir wollen, Ruhe zum Lesen; wir fühlen uns wohl.Wir legen um 10:00 ab und verlassen diesen schönen Liegeplatz.

Schärenplatz 2

Es geht Richtung Kalmar, Ziel zunächst Monsteräs. Dann dreht der Wind, wir liegen Borgholm auf Öland an. Der Wind dreht zurück, also gegenan. Es ziehen mehrere Fronten durch, unglaublicher Himmel.

Wetter2

Wetter1

Wetter3

Der Regen hat uns verschont, vor dem Hafen gibts noch eine schwarze Wolke mit viel Wind. Wir legen längs an der Aussenmole an, bei 28 kn. Wind seitlich ein Leinenmanöver, dauert, aber klappt prima.
Nach 44,44 sm sind wir am Ziel, Schnappszahl, das gibt einen Anlegegrappa.

Gegenüber entdecken wir an einem Steg Astrid und KH mit der „Miles to Go“, Sie legen ab und kommen an die Aussenmole. Jazz freut sich ein Loch in´s Fell.

Der Wind schläft ein, die Sonne scheint. Noch 17 sm bis Kalmar, das lassen wir morgen rechts liegen und gehen Richtung Karlskrona, der alten Marinebasis

 

 

Update Fotos

Ich habe in den vergangenen Beiträgen noch einige Fotos eingefügt.

19. Tag

Wir bleiben. Es ist warm, die Sonne scheint und wir gammeln herum. Auf dem roten, von Flechten bewachsenen Ganit läßt es sich gut lesen. Ab 14:00 soll es regnen, aber danach sieht es nicht aus. Ike ist mit Jazz auf der Insel unterwegs, Morgenspaziergang.

IkeKlippe

Glattgeschliffener Fels

IkeJazzrocks

Jazz tobt herum, der Wasserdummy ist eine unaufhörliche Attraktion.

HundDummy
Absprung von der Klippe Höhe 1 m, im gestreckten Sprung und sie schafft es, den Kopf nie untertauchen zu lassen.
2 Schiffe verlassen die Bucht, 3 neue kommen. Aber alle gehen vor Anker und kennen die Wassertiefe am Fels nicht. Ich lese von Libby Purvis „One Summers Grace“, eine Familienreise rund Großbrittanien mit 2 kleinen Kindern in einem 10m Boot. Darin gibt´s viele Literaturhinweise auf schöne Bücher, muss ich mir besorgen.

2 Seekajakfahrer kommen vorbei und ich biete ihnen einen Tee an, aber sie wollen weiter. Sie hinterlassen die Kringel ihrer Paddel und nach 20 Metern sind die verschwunden, also keine Spuren. Ruhig und geräuschlos ziehen sie weiter.

Eine schwarze Wolke kommt, Platzregen. Die Wasseroberfläche hat Trichter und aufspritzende Wassertropfen von den Regenmassen, es glitzert, alles wirkt noch grüner und der Fels glänzt in der Sonne.

Regen

Nach 3 Minuten ist alles vorbei, die Sonne zurück. Im Wasser spritzt es, wenn die vielen kleinen Fische springen, um den Räubern zu entgehen. Nachher werde ich versuchen, einige zu angeln.

Der Granit trocknet ab, aus dem Segelkleid läuft ein rauschendes Rinnsal auf die Sprayhood, dann tropft es nur noch tom, tom, tom, und dann hört auch das auf. Der Wind geht auf fast 0, nur das Platschen der springenden Fische stört die Stille.

Ein schöner Ort.