Archiv für den Autor: Peter Knüppel

32. Tag

Restleg nach Lelystadt, anfangs halbwindigf, dann schläft nach Stavoren der Wind ein.

31. Tag

Ich wache auf, weil der Wind im Rigg beginnt zu pfeiffen.  Wird spannend, alleine aus der engen Lücke abzulegen. Draussen sind schon Menschen tätig, ich höre Stimmen. Nochmal ´rumdrehen…..

SY-YohoDas Fockfall beginnt zu klappern, muss also wirklich Wind sein, wie vorhergesagt 18 kn? Also aufstehen und Manöver vorbereiten und ein Reff ziehen. Die beiden im Päckchen vor mir liegendend Plattböden sind schon ausgelaufen; das waren die Stimmen. Also alles easy beim Ablegen, prima.

07:00, ich muss noch auf auflaufendes Wasser warten; egal, ich kann auch gegenan kreuzen, der Wind läßt das zu; könnte ruppig werden, also los.

Ablegen ging fast schief, die Achterspring wollte ich als Letzte beim Nachbarn vom Poller nehmen, ging aber nicht, denn der Hafen lief voll und es ngab eine Strömung, die mich sofort vom Steg absetzte, Leine straff und das Boot nicht zurückziehbar. Also leine über Bord, achteraus, und dann drehte der Wind das Boot auch schon quer in die Fahrgasse. Die war gottseidank breit genug. So gerade. Also Leine hängen gelassen und Wind genutzt, das Boot zu drehen und langsam rückwärts in das große Becken zu laufen. Dort wollte ich anlegen und meine Leine holen. Der Hafenmeister kam mit seinem Motorboot längs und ich habe ihn  gebeten, mir die Leine zu holen, hat er gemacht. Zeit, alle Fender und Leinen zu bergen, und dann ´raus in den Vliestrom. 26 kn Wind, am Wind Kurs und enges Fahrwasser, 3 Stunden kreuzen. Etliche Boote gehen nach binnen; etliche habe ich überholt. Groß mit 1. Reff, Selbstwendefock und Mitstrom; Kreuzen mit 9.5 Knoten SOG macht einen Höllenspaß.

Die Teilnehmer der 24 Uurs kamen auf, Idealer Wind um die Strecke rund de Eilanden zu machen, dafür dann Chaos und Gedränge in der Lorenzsluis.

Schleuse

Willkommen im Ijsselmeer. Schleusenmanöver hat gut geklappt, Mitelspring und fertig. 15:00 fest in Makkum; hier ist Fischerfest und richtig was los.

Appelgeback met slagroom en Genevertje dabei, die Welt ist schwer in Ordnung. Ike, Meike und Nils kommen gleich, dann gehen wir zu Hennie lecker essen und morgen gibts einen schönen Amwindkurs nach Lelystadt.

30. Tag

03:00, Norderney vorbei, Höhe Mitte Juist. Ich habe zwischen Mitternacht und jetzt jeweils 15 Minuten geschlafen, 5 Minuten Ausguck, AIUS und Radar gecheckt, 15 Minuten geschlafen und fühle mich ausgeruht. No Traffic küstennah. Musik an, Suppe warmmachen. Bis Vlieland noch ca. 80 Meilen, bedeutet ca. 12 Stunden. Da wäre ich dann gegen 17:00 Uhr, genau richtig um mit der Flut einzulaufen nach Harlingen. Alternativ Samstag früh um 07:00; mal das Wetter checken.

Samstag kommen Ike, Meike und Nils an Bord, die Restetappe nach Leystadt segeln. Harlingen verbietet sich eigentlich, denn Sonntag müßte ich da bei Niedrigwasser los. Na, geht auch.

11:00, Nordspitze Terschelling passiert. Es ist sehr warm, sonnig, Wind nun aus Ost, 3 kn. Sollte nach Vorhersage das dreifache sein. Also werde ich wohl in Vlieland bleiben und morgen dann bei hoffentlich mehr Wind nach binnen gehen. In Vlieland laufe ich um 15:30 ein und liege nun längs als Außenlieger auf einem Plattboden; wunderschönes Schiff. Appelgeback und Coffee verkehrt, was will man mehr. 220 sm in 38 Stunden; und heil angekommen ohne technische Probleme.

29. Tag

05:00, Ike ist von Bord, ich lege ab Richtung Schleuse Holtenau; Solowimpel ist gehißt.

06:30, Ein Schiff schleuste aus, etwas Wartezeit, habe nun ausgeschleust und bin im NOK. Bzw. Kaiser Wilhelm Kanal, mal wieder.

15:00 Brunsbüttel Schleuse nach 55 sm, 9 Stunden ist gut incl. vollgetankt in Brunsbüttel, die Tankstelle hat wieder Sportbootdiesel; Yoho ist mit 7 kn + mit das schnellste Boot. Overdrive!

Jetzt geht´s weiter über Cuxhaven, Tonne Elbe 1 wird wohl 20:00 und dann durch. Gezeit, ablaufendes Wasser und Wind bringen 12 Knoten über Grund, das macht Spaß. Riesige Containerfrachter werden metergenau über Radar auf der Ideallinie gelotst, ich höre das im Revierfunk mit. Geräuschlos verschwinden sie im Dunst. Ich werde von einem Schlepper, der einen gigantischen Schwimmkran zieht, verfolgt. Das AIS schlägt deswegen Daueralarm. Vorbei an Neuwerk und Scharhörn geht es, die Sonne geht unter. Nach Elbe 1 habe ich freies Wasser und passiere die Jade mit einer Menge hellerleuchteter Ankerlieger, kein Verkehr. Ich nehme einige 15 Minten Schlafintervalle.

28. Tag

10:00, wir nähern uns der Südspitze Langelands. Noch 30 sm bis Kiel.Wind aus 30 – 40°, 8-10 kn. Bringt 5,4 kn über Grund. Lockere Bewölkung und die Sonne kommt ab und zu durch die Wolkenlöcher. Im Wind ist es kühl, also Windjacke anziehen; es „ist ja auch schon richtig herbstlich“ behauptet Ike.

Bisher gesegelt von Greifswald 950 sm, das sind rund 1800 km. Da bekomme ich mit Anreise, Winterregatten, Überführungen, Karibik auf rund 2800 – 3000 sm zusamen. Das ist schon ganz gut.

16:00, wir liegen gut fest in Laboe, beladen das Auto mit den Dingen, die nach Köln können und gehen in den Ort. Noch touristisch, Jazz tobt am Strand und im Wasser. Ich überschlage die Gezeiten Brunsbüttel, Cuxhafen und Helgoland, Vlieland. NOK darf befahren werden ab 04:00, Tanken dann in Brunsbüttel oder Cuxhaven. Die Vorhersage ist immer noch Ostwind, das wäre optimal.