Archiv für den Autor: Peter Knüppel

Eingeweht in Grenaa

Es weht mit 35 bis 40 kn aus 165°, also SSW. Genau quer zum Liegeplatz, wir werden vom Steg weggeblasen. Vor dem Hafen steht eine ordentliche Welle, auf der Mole ist eine Schutzwand aus Holz, die Gicht der sich an der Mole brechenden Wellen wird darübergeweht.

Mole2

Mole1

Ein Mädchen bekommt Tang und einen kleinen Fisch in´s Gesicht geweht.
35 kn Wind, das ist schon Windstärke 8.

Krängung

Durch den quer einfallenden Wind haben wir ordentliche Schlagseite im Hafen. Hinter uns liegt eine Grand Banks, 42 Fuß lang. Der Eigner hat sie gerade von Herrn Rassy Senior übernommen und bis dahin gesegelt und sein Segelschiff in Zahlung gegeben. Beindruckendes Boot, 2 Maschinen, Caterpilllar, vollgestopft mit Technik. Läuft bis 20 Knoten, bei 8 kn Marschfahrt saufen die Diesel bereits 30 Liter die Stunde. Bedeutete, daß unser Törn Kiel – Oslo – Mandal – Kiel dann 4.125 Liter Diesel mindestens gebraucht hätte.Das sind ca. 5.800.- € nur Kraftstoff.

Hoffentlich weht sich der Wind aus und die Welle legt sich. Sonst wird´s ruppig die nächsten Tage.

Auf der Flucht vor Bertha

Bertha kommt! Ein „Rest“- hurrican, der das Wetter negativ beinflussen soll, Starkwind und Regen. Und aus der falschen Richtung. Also müsen wir vor dem Wind in geschützen Gewässern sein, kleiner Belt am besten.

Also Wecken um 04:00, die Brücke öffnet pünktlich um 05:00. Unter Motor geht es die 10 sm nach Hals und dann ´raus Richtung Grenaa.

Es kommt Nebel auf und bald ist die Sichtweite weniger als Fahrwasserbreite. Keine Orientierung mehr. pottendicht. Darüber blauer Himmel sichtbar.

Nebel1

Mit Kartenplotter, AIS und Radar geht es weiter, Kurshalten ohne diese Hilfen ist fast unmöglich. Und tatsächlich kommt Berufsschiffahrt entgegen, ein freundlicher Achtungstut und dann ist das Biest sichtbar; ein Kümo.

Nebelschiff

Und danach wieder Milchsuppe. Erstaunlich, das Foto zteigt mehr als sichtbar war ???

Nebel2

Kam erst bei 200 m aus der Nebelwand.

Ich entschließe mich, Hals anzulaufen, und abzuwarten. AIS meldet die Fähre vor Hals, wir lassen sie vor uns passieren und gehen in den Hafen an den Kai.  Es gibt einen Supermarkt und wir bunkern Lebensmittel nach. Nach einer halben Stunde reißt es auf und die Sonne setzt sich durch. Ablegen und los nach Grena. Gegen 17:00 kommen wir an und in warmer Sonne geht´s an den Strand.

Alborg

Von Vanö bis Logstör konnten wir segeln. In Logstör haben wir das Frederikskanalmuseum angesehen. Der Ort war zur Segelschiffszeit deutlich belebter als jetzt. Welche Mengen an Gewerbe sich um die Häfen angesiedelt hatten ist unglaublich. Von Logstör bis Alborg hats meist geregnet und wir mußten die teilweise sehr enge Fahrinne im Tonnenstrich fahren.
Unterwegs – durchgehend Internetempfang – haben wir uns über Aalborg informiert und dort ein Sushi-Restaurant ausgesucht.

Anlegen in einem Regenschauer, wir finden noch einen Platz am Werftkai.

Von dort bis in die Stadt laufen wir an den 2 Klappbrücken vorbei, die wir noch passieren müssen. Leider haben die nicht durchgehend auf sondern morgens erst wieder um 05:00. Vor dem Restaurant hätten wir auch anlegen können und die Brücken schon hinter uns gehabt. Nächstes Mal!

Das Restaurant heißt Fusion, sehr chic eingerichtet. Sushi vom feinsten, so gutes haben wir noch nicht gegessen. Und perfekt püräsentiert. Ike hat eine Sashimiauswahl gegessen, zubreitet auf einem Eisbett, und ich eine Auswahlvon Sahimi und Sushi. Unbedingt zu empfehlen.

Das Hafenviertel wird auch hier umgenutzt, Schiffahrt, besonders Kleinschiffahrt verschwindet. Wie im Rheinauhafen und anderswo; moderne Gebäude und dezente Umnutzung alter Hallen. Auf dem Rückweg kommen wir an der Alborg Brennerei vorbei. Auf großen Tanks sind die verschiedenen Aquavitsorten angeschlagen; es gibt mindestens 10. Die Brennerei steht auch noch zur Besichtigung an; ein andermal.

 

 

Limfjord

Ein Gegensatz, vom felsigen schroffen Norwegen mit 10 Meter neben den Rockies 70 m Wassertiefe in den Sandhaufen Dänemark, Wassertiefe um 6 Meter. Dazwischen liegen gerade mal 90 sm. Hier hat die Eiszeit den Sand abgeladen. Die Landschaft ist lieblich, oft muss betonntes Fahrwasser eingehalten werden. Es gibt auch Berge, 18 Meter immerhin hoch!

In Thyboron im Hafen spielen Seehunde, auch unterwegs sind sie zu sehen. Wir gehen nach Lemvig und machen einen Stadtbummel, 3 Pullover fallen dabei für mich ab. Weiter geht es zur Insel Vanö, 200 Einwohner. Wir gehen um 20:00 an eine Mooringboje des dänischen Kreuzerklubs im Windschatten der Insel. Vor dem Essen noch an Land und einen  Spaziergang in den Ort Vanö. Dort finden wir den Vanö Kro, die Küche hat zu (21:10) Schade, aber der Kellner kommt uns nachgelaufen, denn „the kitchen has agreed to make Vanö Steaks for you“. Die schmecken dann ach lecker mit Kartoffeln und Salat und frischem Brot ein dunkles Ale. Zurück gehts 3 km über Stock und Stein zum Dinghi und zum Boot, der Hund ist müde und wir auch. Der Wind ist weg, die Nacht wird ruhig werden.

Auch im Limfjord ist wenig los, keine deutschen Flaggen. Seltsam.

 

Thyboron, Limfjord

04:00, der Wecker klingelt. Ich mache das Boot fertig und Ike läuft mit dem Hund. Wir legen leise ab und gehen den Sund raus. In den Tälern hängt Nebel, das sieht aus wie Skipisten in bewaldetem Gelände.
Das Skagerak war gnädig.
Zu Anfang motoren bei 6-7 Kn halbwindig. In der Küstenzone Hackwelle; aber das ist ja auch in der Seekarte vermerkt. Ursache ist der plötzliche Anstieg des Meeresbodens von über 1000 auf 40 Meter und weniger. Dann legt der Wind zu auf 10-15 kn, halbwindig, Segel hoch und wir machen mit dem Strom bis 8 kn.In der Ansteuerung des Limfjordes haben wir Gegenstrom, es ist Ebbe und der Limfjord läuft aus. Um 17:30 liegen wir in Thyboron fest. Auch hier nur eine deutsche Yacht? Insgesamt nur 7 Yachten. Direkt neben dem Hafen ist ein schöner Strand, Jazz tobt sich mit ihrem Dummy in der Brandung müde. Wir besuchen die am Hafen gelegene Fischbude und genießen Fisch und Tuborg. Morgen geht es in den Limfjord.

Um 08:15 UTC findet täglich eine Funkrunde auf Kurzwelle zusammen; initiiert von Yachtfunk. Ich hatte heute Verbindung mit Yachten im bottnischen Merbusen, Bereich Haparanda, und im Bereich Landsend, Cornwall. Verbindung sauber und klar. Die in Cornwall sind auf dem Weg nach Palma zum ARC; auch noch ein Projekt. Mal sehen, wer morgen qrv ist.