Archiv für den Autor: Peter Knüppel

Quiberon – Ile de Houat – Le Crouesty – Arzal

Morgens geht es bei Windstille und auflaufendem Wasser wieder mit Hilfe des Semaphores über die Barre hinaus nach Quiberon. Aus kein wird wenig, dann guter Segelwind, Seewind zunächst und wir kommen gut voran und ankern dann auf 6 m Wassertiefe in der Bucht links des im Umbaus befindlichen Hafens. Dort gibt es an Land, verstreut unter Bäumen und fast unsichtbar – einen großen Campingplatz und damit auch garantiert frisches Baguett.

Aus den bekannten Felsen holen wir uns bei Niedrigwasser Austern, schwimmen, lesen, und genieß0en eine fast windstille Nacht vor Anker bei ablandigem Wind, also keiner Welle.

Wir gehen weiter zur Ile de Hoaut. Die Wettervorhersage sagt Wind aus dem Nördlichen Quadranten, da lwerden wir unter der südlichen Steilküste weder Wind noch Welle haben. Und so kommt es auch. Erstmal um die Insel wandern und im Ort in die Brasserie, ein, zwei Lancelot und zum Bäcker. Das Wasser ist perfekt zum schwimmen. glasklar, der Strand ist leer, weil vom Wasser her zugänglich und vom Land nur durch Kletterei. Für Blues kein Problem, er rennt über den Fels hoch, da muss irgenwo Ziege mit drin sein.

Abends geht es nach Le Crouesty, und Ike lädt uns nach PortNavalo zum Fischessen ein. Cabillaudfilet auf einem leckeren Risotto. davor und danach ein langer Spazierweg, und vor dem Schlafengehen noch einen Ricard.

Hört sich nach ständig essen und trinken an; ist aber von der Qualität des Essens hier Standard. Einem MacDonalds oder Pommesbuden habe ich nicht gesehen bisher; junge Leute vom Campingplatz gehen mittags auf eine leckere Kleinigkeit in die Bistros und Bars. In den Possonerien, den Boulangerien und Charcuterien, auf dem Markt bilden sich geduldig lange Schlangen, die darauf warten, mit dem Verkäufer sorgsam die Produkte auszuwählen und über mögliche Zubereitung zu sprechen. Gekauft werden kleine Mengen, und am nächsten Tag wird wieder frisch eingekauft. Gefällt mir. Creperien sind wohl das Fastfood Äequivalent, aber in sehr guter Qualität und mit guten Zutaten. Crepe a la bonne Cureé, gefüllt mit Speck und Bratkartoffeln, Schafskäse und dazu Salat. Nichts besonderes, Standard. In den BarTabacs bester Café Crème, fluffige Croisants; das fehlt in Köln und insbesondere Westhofen. Hier ist das alles in fußläufiger Entfernung zigfach vorhanden. Hat wohl auch mit dem Tabakmonopol zu tun, das eine flächendeckende Versorung sicherstellen muss.

Weiter geht es nach Arzal, letzter Segeltag. Ike fährt unser Auto, das in le Chrouesty geparkt war.
Leider kein Wind, also erst einmal motoren.
Zeit mit dem Abtakeln und Aufräumen schon unterwegs etwas zu beginnen. Segellatten ´raus; Rutscher ausfädeln, Leinen klarmachen. Unter Motor überholen wir einige Segler, das wird voll in der Schleuse.

Wir kommen rechtzeitig an der Schleuese an und können sofort einfahren. Der vordere Schleusenteil ist leer, weil durch die Brücke für Schiffe mit Mast nicht zugänglich. Es spilen sich Dramen ab, die Frenchies können nicht anlegen, vertreiben, fahren rechtwinklig auf die Schleusenwand zu und wir haben Mühe, abzuhalten. Eberhard und ich gehen an Land und nehmen Leinen an, bis alles gesichert liegt. Es ist keineswegs ungewöhnlich, qenn eine leine geworfen wird, die nicht am Boot bedestigt ist, dann kommt ein entschuldigender Blick und Achselzucken. 2 Schleusenmeister fädeln Leinen hinter den senkrecht gespannten Ketten durch. Mit Mittelklampe arbeitet niemand.
Dann geht die Brücke auf, alle Boote müssen sich nach vorne verlegen und dann kommen nochmals 3 reihen Schiffe in den freigewordenen Teil. Dauert wieder 40 Minuten, bis alles sortiert ist, und das dann für bei Hochwaser einen Höhenunterschied von Null. Dienst aber wohl der trennung von Süß und Salzwasser.
Vom Ufer rufen uns Hendrik und Jutta an; sie haben uns in dem Chaos gesehen. Die Grevelingenschleuse ist sa ein friedlicher Ort dagegen.

Wir legen an dem Kai der rundfahrtsboote an und haben so eine saubere Fläche, um die Segel schnell abzuschlagen und zu falten; das dauert keine halbe Stunde. Dann an den Steg und sortieren, packen, klarmachen, Auto packen..
Neben uns an der Tankstelle wider dramen. Yachten legen mit dem Wind – 14 kn immerhin – an, Frau belegt Bugleine zuerst und muss dann das mit dem heck abtreibende Schiff mit der heckleine an Land ziehen. Schafft die natürlich nicht, Mann an Bord tobt, Chaos.Nicht nur einmal. Mit dem Bug den Steg zu touchieren ist wohl üblich, denn alle haben am Bug Schaumstoffschutzklötze befestigt.

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River Etel

Das ist eine Flussmündung eines kleinen Flusses, der sich später in eine unglaublich große Wasserfläche verzweigt. Vor der Mündung ist eine Untiefe, eine Sandbarre, welche sich ständig verändert. Einfahrt ist nur bei HW +- 2 Stunden möglich und dann meldet man sich bei einem Semaphore an, welches einem den Kurs über Funk anweist. Links, noch ein bischen links, gerade, jetzt rechts, und dann ist man in diesem schönen Revier. Wir ankern vor der Straßenbrücke, welche uns mit 9 Meter Höhe die Weiterfahrt verbietet, und gehen mit dem Dinghi die Seen hinauf.

Ike wollte an Bord bleiben.

Mit Eberhard sehen wir auf einer Halbinsel ein Fest, das Fest der dortigen Austernzüchter. Das lassen wir uns nicht entgehen. Gebackene Austern in Camenbert……
Ike ruft an, das Schiff würde heftig vor Anker trudeln. Ähnlich wie der Golf von Morbihan läuft der Etel mit großem Strom leer und wir haben hinter einem solchen Stromwirbel, verursacht durch 2 Felsbarren wie eine Düse wirkend, geankert. Man lernt nicht aus und wir verlegen uns an den Steg in Etel. Das war mal die Hochburg der Tunfischfischer, ausser einigen verrottenden Holzrümpfen ist da nichts von übrig geblieben. Aber es gibt einen guten Poissonier und wir versorgen uns wieder mit Seafood vom Feinsten zu fairen Preisen.

Schlauchboot / RIB

das RIB, Schlauchboot mit festem Boden, macht sich. Es ist sicherer bei Betreten und Verlassen, es federt halt nicht. Läßt sich Spurtreue rudern und kommt unter Motor schnell hoch. Mit dem alten Yamaha 8PS Zweitakter erreiche ich bei glattem Wasser mit Blues 30 km/h. Voll besetzt ist das Ding immer noch schnell und läuft trockener als das Schlauchboot.

Letztlich eine gute Entscheidung; und ohne Schlauchboot braucht man hier überhaupt nicht erst Segeln. Man kommt einfach nicht von Bord beim Ankern und an den Moorings.

Übrigens, Gezeitensegeln, die notwendigen Berechnungen sind mir schnell in Fleisch und Blut übergegangen, das ist kein Hexenwerk.

Ile de Groix

der Himmel ist klar und blau, die Bewölkung weg und es gibt räumen Wind, auf geht es zur Ile de Groix, Port Tudy. Mit zum Schluss ausgeräumtem Code O marschiert Yoho ordentlich und wir bekommen einen Platz an den Moorings. Zum Schluss liegen wir mitten in einem dreiseitigen Päckchen von jeweils 20 Schiffen. 

Wir wollen einmal um die Insel wandern, aber haben uns in der Distanz gehörig verschätzt. Das umgehen bzw. Umwandern der ganzen Einschnitte, und Buchten kostet Zeit und so kürzen wir in der Hälfte ab. In den kleinen Orten kommen wir nach 14:00 Uhr durch, und da gibt es in den Cafés und Bistros nichts mehr zu trinken; nur zu essen. Aber im Hafencafe gibts Cidre Pression, schön kalt, und leckere Sardinenbrote. Und dann Nachmittagsruhe bis abends, wo wir gut essen werden.

Wieder an Bord gibtś Liverock und Blues aus dem  Hafencafe, mit einem guten Bluesharpspieler.

Am nächsten morgen sortieren sich die Päckchen nur langsam, der Wind ist schwach und wir wollen in den River Etel. Der hat eine extrem flache Barre in der Einfahrt und man wird von einer Lotsenstation mündlich in der sich ständig verändernden Fahrrinne eingewiesen. Wir müssen Motoren, um bei Flut noch drüber zu kommen.

Nebel

Lesconil und Guilvenec haben wir uns per Fahrrad angesehen; insgesamt so 40 km, die Blues gut getrabt ist mit Zwischenspurts, je nach Lust. Ike und Eberhard hatten ein Tandem, gut zum Gartenfachsimpeln. Die beiden Häfen sind eher Fischereiorientiert, besonders Guilvenec, und nur bei HW +- 2 anzulaufen. Dadurch aber auch sehr ruhig, kleine Kneipen, durchaus einen Besuch wert bei moderatem Wetter. In Loctudy beschaffen wir uns alle Zutaten für eine reichhaltige Fischsuppe, ein Genuß zusammen mit frischem Baguette.

weiter geht es bei Vorhersage Sonne nach Concarneau. Es ist aber erst mal schwachwindig und neblig, mit leichtem Nebelnässen. Unter Groß und Code O laufen wir aber immerhin 3 kn, und gegen 14:00 geht der Nebel hoch, noch 5 Sm bis Concarneau.

In Concarneau bleiben wir drei Nächte, genießen die Atmosphere des Festivals und nehmen einen Tag ein Auto und sehen uns den Wald Broceliande an, der in der Artussage und in dem letzten Kommissar Dupin Krimi eine Rolle spielt. Wir wandern um den See der Abtei Ploermel, ein toll angelegter Weg durch den Sumpf. Holzstäbe oder eingerammte Baumstümpfe gegen Ausrutschen mit Hufnägeln benagelt. Blues findet den Wald auch toll und platscht durch Wasser, Schlamm und Moor. Gut, das er dann am Seeufer das Zeugs wieder rauswäscht beim Schwimmen. Nach einem ausgiebigen Picknick mit Baguette, Pastete, Käse gehts dann zurück mach Concarneau.

In den Kneipen gibt es Konzerte und auf der großen Bühne am Hafen spielt eine afrikanische Band sehr mitreißende Musik. Den Stil kann ich gar nicht einordnen.

Am letzten Abend spielt dann eine keltische Gruppe, die uns nicht zusagt, und so sind wir früh an Bord und in der Koje; nach einem Cidre Pression, kann man sich dran gewöhnen.