Archiv für den Autor: Peter Knüppel

Viveiro

22.07.2022, Freitag

Schon wieder Seenebel und schwere tief hängende Wolken mit Nebel in Massen. Die Fotos aus dem Segelhandbuch zeigen alle Orte nur ein perfekter Sonne und ich frage mich, woher diese Wetterlage kommt. Nichts für Ike und auch nichts für mich.

Wir werden trotz Nebels ablegen. Auf See sollen um die 16 Knoten Wind raumschoots sein, das bringt uns vorwärts. Vermutlich lassen wir den nächsten Ria aus und gehen direkt nach a Coruna. Kap Finisterre scheint die Wetterscheide zu sein, danach ist es wärmer und sonniger. Wir haben wir gestern im Schiff die Heizung angehabt. Die Luftfeuchtigkeit beträgt über 70 % und alles klebt in kurzer Zeit am Körper. Auf geht es, ablegen nach a Corinna.

Morgenbesuch

19.07.2022, Dienstag

Die Wetteraussichten sind besser, bis 14:00 sollte der Wind, wenn es im Anstau der küstennahen Berge welchen gibt, mitspielen, danach kommt er von von vorne. 08:30 werfen wir die Moorings los, winken den freundlichen Holländern von der Doris zu, und gehen aus dem Hafen. Sonne! Kein Seenebel, Wassertemperatur 17,5°. Brrrr.

Auf See bekommen wir sofort Morgenbesuch von einer Schule Delphine. Die sind auf Morgenjagd und unterbrechen neugierig und spielen um das Boot, schiessen drunter her, schwimmen dicht an dicht neben und unter dem Bug.

Die Sonne wärmt, die grüne Küste Asturiens wird angestrahlt, auf geht es nach Luarca.

Es läuft gut, der Winddreher kommt nicht und wir beschließen 30 sm weiter zu gehen nach Ribadeo. nach 1 Stunde gehts dann doch los mit 20 – 22 kn von vorne, also 25 und mehr über Deck und Welle. Also Kreuzen, und das hält auf. Um 19: sind wir endlich fest und um 20:00 sitzen wir in einem Lokal am Hafen und essen. 600 gr Rippe vom Simmenthal Rind. Lecker. ikes Pulpo diesmal nicht so.

Das Schiff ist schmutzig, trotz des überkommenden Gichtes. Asche und grauer Staub von den Waldbränden; aber heute nicht mehr. Reinschiff ist morgen.

Auch hier ist der Segelclub gut ausgebaut mit aktiver Jugenabteilung und gutem Sanitärbereich. Aber wieder gibt es am Hafen keinen einzigen Shipshop

 

 

 

Seenebel

17.07.2022, Sonntag

Es geht weiter Richtung Finsterre.

Erst einmal nach Cudillero, das ist ein Fischerhafen mit 2 Yachtstegen. Kein Wind, wenig Wind, Wind, kein Wind, Wind, kein Wind. Also wieder ein Motoranteil. Vor der Küste lagert ein feiner Hochnebelschleier.

In Cudillero müssen wir an eine Boje. Wir machen fest, aber haben das System nicht begriffen. Die gelben kleinen Bojen tragen lediglich die Tripleinen zu den schweren Mooringleinen. Die dann hochzuziehen bei Hochwasser und dann plötzlich 22 kn Wind entpuppt sich als schwere Arbeit. Wir haben 2 Helfer von anderen Yachten und helfen dort ebenso. Nach 2 Stunden liegen 3 Yachten dann gut vermoort fest und…dann geht der Wind wieder weg.

Wir wollten noch in den Ort, in einem kleinen Tal ansteigend gelegen, sind aber zu müde und bleiben im ersten Fischrestaurant am Hafen kleben.
Leckerer Bonito und zum Schluss ein Eis am Stiel.

18.07.2022, Montag

Hafentag, der Wind kommt aus der falschen Richtung. Dichter Seenebel und Temperatursturz auf 20° Grad. Dier Sonne kommt nicht durch.

Die nächste Überraschung

07.07.2022, Donnerstag

Von Bermeo nach Bilbao.
Wieder Westwind, Windwelle über Schwell, aus den 22 Meilen werden durch die Kreuz schnell 28 Meilen. Wir kreuzen, erstes Reff rein, 26 kn Wind, zweites Reff rein. Zweites Reff raus, erstes Reff raus. Hinter uns gibt eine Yacht auf und streicht die Segel, motort. Wir laufen ihr weg.

Ich nehme den Motor dazu, Motorsegeln….und plötzlich stottert die Maschine und verabschiedet sich mit weißem Dampf aus dem Auspuff. Wasser in der Verbrennung? Ja!

Beide Filter lassen Wasser ab, und:…..da ist die Ursache! Der Tankverschluss liegt lose drin, und ist nicht dichtgedreht. Also unter Segel einlaufen bei sehr abschwächendem Wind, den langen Anlauf zur Marina Getxo rein segeln und mit dem letzten Windhauch unter Segeln anlegen. Hätte geklappt, aber die Crew alarmierte die auf dem Steg stehenden Helfer und warf Leinen und irgendwie, aber umkoordiniert lagen wir dann fest.

08.07.2022, Freitag

Dieseltank entleeren, 100 Liter kontaminierten Diesel in einem 20 Ltr. Kanister jeweils 500 Meter zur Entsorgungsstation schaffen. Filter wechseln, Vorfilter absaugen, Leitungen entleeren, mit Unterdruck aussagen. Frischen Diesel aus dem Kanister einfüllen, vorpumpen, entlüften, starten……

und die Welt ist wieder in Ordnung. Die Maschine schnurrt.

6 Stunden konzentrierte Arbeit.

Herrlich, ablegen, und rüber zum Club Nautico für 2 Tage.
Schöner Hafen, tolles Restaurant, und ein Schwimmbad mit Seewasser. Wir schwimmen, faulenzen, und haben für 20:30 einen Restaurantplatz auf der Terrasse. Vorweg einen Campari an Bord, später dann Käse, Schinken, Oliven……

Morgen gehts dann nach Bilbao, erst einmal Guggenheim guggen.

 

 

 

 

Und wieder schrauben….für 2022

Freitag abend mit dem Womo los bis Chartres, Samstag früh weiter nach Arzal und mittags geht es los:

  • Fehlstellen in der Antifoulingbeschichtung an Rumpf und Kiels auschleifen
  • Ausgebrochener Spachtel am Übergang Kielbombe zu Bleiballast beiarbeiten
  • Propeller wieder zusammenetzen
  • Anoden an Propeller wechseln
  • Kielanoden wechseln
  • Antennenmast Kabel einziehen
  • Antennenmast wieder montieren
  • Radarantenne montieren
  • Hebezeug für Motor aufriggen
  • Schraubenwelle innen von Motor getrennt
  • Motor in allen Verbindungen lösen
  • Motor anheben und auf Kanthölzern in Arbeitshöhe aufbocken
  • Ölwechsel machen
  • Ölfilter wechseln
  • Dieselfeinfilter wechseln
  • Motor waschen (darunter ist die Motorbilge, da konte der Schmutz aufgefangen werden) 
  • Wärmetauscher abbauen, reinigen, wieder montieren
  • Abgasknie austauschen
  • Kühlwasserschläuche austauschen
  • Thermostat austauschen
  • Lichtmachine auswechseln gegen das Balmarsystem mit externem Controller
  • Riemenscheiben Pulley umbauen
  • Bilge geputzt, die sah nach 27 Jahren erstmals wieder Licht
  • Motor wieder abgesenkt, alle Anschlüsse wieder hergestellt
  • Kühlmittel und Frostschtz aufgefüllt
  • Batterien aus dem Schiff 
  • Batteriebilge malen
  • neue Lithiumakkus und B-B Ladegeräte in´s Schiff
  • Solarregler und altes Ladergerät an neuen Standort montiert
  • Wandler eingebaurt
  • den ganzen Kram verkabelt, in neuem Schaltplan dokumentiert
  • 3,5 Kilo alte Kabel ausgebaut
  • Zwischendurch immer wieder Coppercoat aufgebracht
  • Ladetechnik programmiert
  • Segelkleid angeschlagen
  • Segel angeschlagen
  • Anker abgeschlagen zum mitnehmen und richten
  • Ankerkette abgeschlagen zum mitnehmen und verlängern lassen
  • Boot zu Wasser
  • Probelauf Diesel und Prop, alles prima

Boot an die Mooring, das war es im Groben…
und dann gaaanz lange heiß geduscht und 18:00 auf die Autobahn..
Von Samstag bis Samstag mal eben 126 Stunden schrauben und basteln….bei bestem Wetter, Sonnenschein den ganzen Tag, und ab 11:00 schön warm, T-Shirt Wetter.

 

Über Ostern kann es dann los gehen, noch 2 tage Booit putzen, Antennentechnik checken, und dann auf See!

YOHUUUUUUU