Kategorie-Archiv: Allgemein

30. Tag

03:00, Norderney vorbei, Höhe Mitte Juist. Ich habe zwischen Mitternacht und jetzt jeweils 15 Minuten geschlafen, 5 Minuten Ausguck, AIUS und Radar gecheckt, 15 Minuten geschlafen und fühle mich ausgeruht. No Traffic küstennah. Musik an, Suppe warmmachen. Bis Vlieland noch ca. 80 Meilen, bedeutet ca. 12 Stunden. Da wäre ich dann gegen 17:00 Uhr, genau richtig um mit der Flut einzulaufen nach Harlingen. Alternativ Samstag früh um 07:00; mal das Wetter checken.

Samstag kommen Ike, Meike und Nils an Bord, die Restetappe nach Leystadt segeln. Harlingen verbietet sich eigentlich, denn Sonntag müßte ich da bei Niedrigwasser los. Na, geht auch.

11:00, Nordspitze Terschelling passiert. Es ist sehr warm, sonnig, Wind nun aus Ost, 3 kn. Sollte nach Vorhersage das dreifache sein. Also werde ich wohl in Vlieland bleiben und morgen dann bei hoffentlich mehr Wind nach binnen gehen. In Vlieland laufe ich um 15:30 ein und liege nun längs als Außenlieger auf einem Plattboden; wunderschönes Schiff. Appelgeback und Coffee verkehrt, was will man mehr. 220 sm in 38 Stunden; und heil angekommen ohne technische Probleme.

29. Tag

05:00, Ike ist von Bord, ich lege ab Richtung Schleuse Holtenau; Solowimpel ist gehißt.

06:30, Ein Schiff schleuste aus, etwas Wartezeit, habe nun ausgeschleust und bin im NOK. Bzw. Kaiser Wilhelm Kanal, mal wieder.

15:00 Brunsbüttel Schleuse nach 55 sm, 9 Stunden ist gut incl. vollgetankt in Brunsbüttel, die Tankstelle hat wieder Sportbootdiesel; Yoho ist mit 7 kn + mit das schnellste Boot. Overdrive!

Jetzt geht´s weiter über Cuxhaven, Tonne Elbe 1 wird wohl 20:00 und dann durch. Gezeit, ablaufendes Wasser und Wind bringen 12 Knoten über Grund, das macht Spaß. Riesige Containerfrachter werden metergenau über Radar auf der Ideallinie gelotst, ich höre das im Revierfunk mit. Geräuschlos verschwinden sie im Dunst. Ich werde von einem Schlepper, der einen gigantischen Schwimmkran zieht, verfolgt. Das AIS schlägt deswegen Daueralarm. Vorbei an Neuwerk und Scharhörn geht es, die Sonne geht unter. Nach Elbe 1 habe ich freies Wasser und passiere die Jade mit einer Menge hellerleuchteter Ankerlieger, kein Verkehr. Ich nehme einige 15 Minten Schlafintervalle.

28. Tag

10:00, wir nähern uns der Südspitze Langelands. Noch 30 sm bis Kiel.Wind aus 30 – 40°, 8-10 kn. Bringt 5,4 kn über Grund. Lockere Bewölkung und die Sonne kommt ab und zu durch die Wolkenlöcher. Im Wind ist es kühl, also Windjacke anziehen; es „ist ja auch schon richtig herbstlich“ behauptet Ike.

Bisher gesegelt von Greifswald 950 sm, das sind rund 1800 km. Da bekomme ich mit Anreise, Winterregatten, Überführungen, Karibik auf rund 2800 – 3000 sm zusamen. Das ist schon ganz gut.

16:00, wir liegen gut fest in Laboe, beladen das Auto mit den Dingen, die nach Köln können und gehen in den Ort. Noch touristisch, Jazz tobt am Strand und im Wasser. Ich überschlage die Gezeiten Brunsbüttel, Cuxhafen und Helgoland, Vlieland. NOK darf befahren werden ab 04:00, Tanken dann in Brunsbüttel oder Cuxhaven. Die Vorhersage ist immer noch Ostwind, das wäre optimal.

 

 

27. Tag

Um 08:00 sind wir in Klintholm los, Astrid und KH gehen direkt nach Boltenhagen via Gedser.
10:00, wir sind im Grönsund ujnd haben den Wind von vorne. Kreuzen geht nicht aufgrund des engen Fahrwassers, also 5 Meilen Motoren, dann dreht der Sund nach West und wir können segeln und nach Femö oder Veijrö gehen, evtl. nach Spodsberg. Das Wetter ist kühler, und n ur bei Sonne mach es Spaß diese mehrfach befahren Routen und oft besuchten Häfen wieder anzuzlaufen. Wir bewegen uns im bekannten, gewohnten Bereich, also Strecke machen.

Im Smalandsfahrwasser müssen wir kreuzen, der Wind geht auf NW.

Wir entscheiden, unterhalb Femö Richtung Kragnaesfahrwasser zu gehen, über einge Flachs. Glattes Wasser, deshalb sind 2,30 m noch passend, aber spannend.

17:00, hinter Kragnaes fallen wir ab Richtung Spodsberg, das sind noch 3 Stunden. Leider dreht der Wind zurück auf SO, wir haben ihn wieder von vorne.

20:00 sind wire in Spodsberg fest. Dummes Manöver, ich hatte den Relingsgrill überstehen und nach passieren des steuerbordseitigen Heckpfahles brauche ich den nun nicht mehr sauber zu machen.

26. Tag

05:00 klingelt der Wecker, Ike schläft noch. Ich gehe mit Jazz im Park toben. nach 30 Minuten ist´s genug und ich mache das Schiff klar, Ike wacht davon auf. Um 06:15 legen wir ab, der Tag verspricht sonnig zu werden. Das Boot ist triefnass vom Tau, der Wind ist noch auf 260°. Unter Motor machen wir uns den eigenen Wind, nehmen das Groß dazu und legen Kurs Klintholm an.

09:00, der Wind hat gedreht auf 285°, langsam halbwindig, aber mit 7 kn nichts zum Strecke machen. Also erstmal weiter Motorsegeln. Die Sonne fängt an zu wärmen.

Es bleibt beim Motorsegeln. Der Wind dreht auf NNW, dann langsam zurück auf E, mit zuletzt 1 kn. Immerrhin, mit Overdrive und steif gesetztem Groß erreichen wir bis 7,1 kn über Grund, die welle baut sich ab, zum Schluss glattes Wasser. Zeit zu lesen; das AIS zeigt die Kurse der entgegenkommenden Schiffahrt und wir sind von allen klar frei.

Um 14:45 sind wir in  Klintholm innen an der Außenmole fest; da lagen wir auch mit der Sprinta. Fisch gibt es nicht mehr zu kaufen in Klintholm, beide Räuchereien sind dicht; schade. Wir backen Pfannkuchen und 1 h später sind auch Astrid und KH da und legen sich neben uns. Zeit zum gammeln; im kleinen Kaufmann gibt es den neuen Spiegel und ein paar Sachen zum Grillen werden besorgt. Jazz tobt am Strand und ist nun hundemüde, platt. Mal sehen, ob wir morgen Femö schaffen. Die Gedanken sind schon im NOK und bei der Rückführung des Bootes nach Holland. Bisher fallen alle meine Jungs aus, solo wär´s auch möglich.
Donnerstag Kiel, Ike Freitag früh weg, ich durch den NOK nach Cuxhafen, Samstag wäre das Wetterfenster nach NL. Mal sehen.