Archiv für den Monat: August 2017

St. Malo – St. Quay Poertrieux – Paimpol – Lezardrieux – Treguier

Raus in St. Malo Richtung St. Quay Portrieux, mit blitzsauberem überschliffenem Unterwasserschiff und natürlich mit ablaufendem Wasser.

Hart am Wind gibt es doch eine ordentliche Welle und Johann wird es etwas queasy. Wir beschließen abzudrehen und in den Windschatten der Halbinsel mit dem Fort de Lattre zu gehen. Windgeschützt Ankern wir und Anoes mit Johann gehen an Land und sehen sich das Fort an. 

Das Fort war Schauplatz des Films „Die Wikinger“ mit Kirk Douglas als rauhbeinigem Held.
Auf dem Turm fand der Zweikampf um die schöne Hauptdarstellerin statt.
Unglaublich eindrucksvoll die Szenne, wo das Burgtor eingerammt wird.

Mit diesem Rammbock, Widder eben.

Blick durch die Schiessscharte

Es bleiben 3 Stunden Pause, dann geht es nach Dahouet, da müssen wir idealerweise um 22:00 bei Hochwasser ´rein. Ich habe aber nicht mit dem Strom gerechnet, vor 2 Kaps stehen 4-5 kn Gegenstrom. Also Motorsegeln, sonst wird das nichts.
Gegen 22:15 steuern wir Dahouet an, im Moment des Anlaufs geht auch die Befeuerung des Hafens an,  kurviges Fahrwasser um einige Felsen und dann sind wir in einem „Ententeich“, glattes geschütztes Wasser. Auch die Einfahrt über das Sill ist gut zu sehen und wir legen in einer Lücke längs am Visitorsquay an. Und da steht doch tatsächlich auch der Hafenmeister und nimmt unsere Leinen an, obwohl natürlich nicht nötig. Es gibt dann ein spätes Abendesen und ab in die Koje; ein langer Tag.

Freitag, 28.07.17

Auslaufen Dahoet

Bestens markiert, am Leuchtfeuer in der Einfahrt muss man aber die richtige Seite nehmen.
Die Crew gibt gut acht.

Wir wollen weiter nach Binic, da gibt es über das Wochende ein Bluesfestival. Gegen Mittag können wir mit genug Wasser rechnen, um auszulaufen. Mit Mitstrom geht es dann nach Binic. Mit am Wind Kurs umkurven wir die Austernkulturen und werden aber vom Hafenmeister mit seinem Motorboot abgefangen; durch das Festival gibt es am WE keine Gastliegeplätze.
Also 3 Sm weiter nach St. Quay-Portrieux und dort an einen bequemen Längsliegeplatz am Steg.

Ike ist mit Blues auf dem Weg und kommt nach 10 1/2 Stunden Fahrt gegen 17:00 Uhr an. Blues freut sich den Stätz ab, Klamotten verstauen und dann gehen wir zusammen lecker in einem kleinen Bistrot bei Livemusik essen. Fisch natürlich.

Ike:

In St.-Quay-Portrieux steige ich an Board. Nach – dennoch entspannten – 900 km Non-Stop-Fahrt bin ich gut angekommen und ANGEKOMMEN. Ein kleines Städtchen, welches sich nicht nur an der Küstenlinie entlangschlängelt, im Hinterland gibt es auch noch jede Menge Bebauung. Man denkt, es sind kleine Dörfchen, aber das stimmt nicht. Sie sind allesamt grösser als der Eindruck vermittelt. 
Und jetzt sind wir in Lezardrieux. Die besuchten Orte allesamt ähnlich aufgebaut, direkt am Hafen Bar Tabac und Boulangerie. Wen das nicht „Leben“ und „Vivre la France“ verspricht.
Die Menschen begegnen sehr sehr freundlich, jeder begrüßt jeden, keine Anonymität.

Samstag, 29.08.17

Peter:
Weiter geht es nach Paimpol, ein trocken fallender Hafen mit einem durch Schleuse abgeschlossenen Innenhafen. Da müssen wir HW +- 1 1/2 Stunde sein, also rechnen. 12 sm,  besegelt, und im betonnten Anlauf zwischen felsigen Inseln mit Kartentiefe +4,5 m. Bei 10,5 m HW-Wasserstand paßt das prima. Die Schleuse öffnet zügig, und wir bekommen einen Liegeplatz, in den wir rückwärts mit Schwung einparken. Unter dem Beifall des Nachbarn: That was a hell of a manoevre!
Direkt hinter uns die Bars, Restaurants, Bistrots, die Franzosen und wir auch nutzen das Wetter und setzen uns gemütlich in die Sonne bei einem grand Café und einem Ricard dazu.
Nach einigen Stunden ist vor dem Hafen kein Wasser mehr, zwischen den Tonnen kann man spazieren gehen.

Morgen gehts nach Lezardrieux.

Sonntag, 30.07.17

Ike:
Bevor wir Lezardrieux einlaufen besuchen wir die Ile de Brehat. Natürlich ein beliebtes touristisches Ziel, wir sind dabei. Eine tolle Insel die es sich lohnt, länger zu besuchen. Toll gepflegt, nette alte Häuser und cottages, und – aufgrund des Mischwetters mit genügend Niederschlag – alles grün.

Das, was in Schweden die tollen elefantenrückenähnlichen Steinformationen und Schären sind, sind hier die bizarren, spitzen Felsformationen, die von jeder Seite anders aussehen. Und durch die Gezeiten und unterschiedlichen Lichteinfälle immer anders wirken.

Peter:
Ike holt das Auto nach, joggenderweise. Morgen geht es dann mit dem Auto zurück nach St. Malo.

Montag, 31.07.17

Peter:
Anoes und Johann müssen von Bord und nach Hause. Deren Auto steht dortr am Hafen und meines auch. Dann mit unseren 2 Autos zurück nach Lezardrieux, wo wir den Rest des Tages verbummeln. Ich schaffe es mit der WD40 Methode (WD40 aufsprühen beim Entfernen von Duckttape) auch das Backbordfenster wieder einzudichten. Jetzt müssen nur noch 2 Luken getauscht werden Die sind nach 22 Jahren verschlissen und nicht mehr 100% dicht. Eberhard wird sie mitbringen.

Dienstag, 01.08.17

Ike:
Auch für Blues ein ELdorado, er macht französischen Urlaub und hat die Croissants und Baguettes für sich entdeckt. Morgens findet immer ein Wiedersehensschauspiel statt: er fiept und grunzt so lange, bis „alles ersteinmal gesagt“ ist, grinst und schnurrt. Und heute war er irgendwie total ausser Rand und Band: er ist ersteinmal zweimal „ums Boot gejoggt“, also längs der Reling von Heck zu Bug, zweimal!, um dann schnurstracks ins Dingi zu springen: „ich bin schon da, kommt jetzt endlich“ Na ja, wir wollten aber in die Bar Tabac und so musste Blues zurück. Der Sprung war aber zu kurz, und so landete er im Wasser. Blues war so aufgeregt und übermotiviert, dass es gar nicht so einfach war, ihn wieder ins Dingi zu ziehen – der kleine Streßmacher -.

Wir haben wohl eine ganz gute Reisezeit gewählt, in vielen der Küstenorte sind Festivals und es ist immer was los.

Auf nach Treguier.

 
Wir segeln bei auflaufendem Wasser. Ein Tidenhub, der den Wasserspiegel um rund 8 m ansteigen lässt. Sehr interessant, wenn man sonst an flacheren Stellen vorbeifährt, hier kräuselt sich das Wasser, man hat das Gefühlt, das Wasser „kocht“. Kurios und ein wenig unheimlich. Das sieht man natürlich nur bei geringem Wind und Seegang.
 
Jetzt fand ich die Blues Story heute morgen schon „hitverdächtig“ – da hatte ich mich aber getäuscht. Wir legen in Treguier Bug vorauzs an, entscheiden dann aber in Erwartung eines durchziehenden Tiefs mit viel Wind, mit dem Heck an den Steg gehen zu wollen. Also nochmals raus und rein. Gesagt – aber: wir sind zur Hälfte in der Box, überraschen uns verdächtige Schraubengeräusche. Direkt keine Motorwirkung mehr. Gott sei dank  schwachwindig, wir treiben an die andere Boxenseite, das Dingi wird unter den Steg gedrückt und bekommt einen bösen 10 cm Riss, helfende Hände nehmen dann die Leinen und lassen uns dann sicher anlegen.
Die Hafenkino-Besucher haben genau gesehen, dass ein ganzes Fischerfähnchen sich unter das Schiff – damit also in die Schraube – gemogelt hat. – Tja Peter, auch wenns kalt ist – das Wasser hat hier 17,5 Grad – da musst Du wohl rein!
Nach einer Stunde ist das Ergebnis an Land, die Schraube sauber.
Derweil Peter das Schlauchboot flickt, will ich mit Blues von  Lezardrieux das Auto nachholen, joggenderweise dahin. Gedachte 8-9 km entpuppen sich also ca. 13 km, teils bergauf. Naja, ich wollte es ja nicht anders. Nach 2 1/2  Std. kommen Blues und ich müde und endlich wieder am Hafen in Treguier an.
Sport gemacht, Boot geflickt – der Hunger ist groß.Peter:
Blockierte Schraube, also tauchen. Immer wieder schwierig, ich muss mich zu bewußtem Atmen zwingen und dann geht´s. Und den Automat der Tauchflasche richtig rum in den Mund nehmen, sonst versperren die ausgeatmeten Luftblasen die Sicht.
Das Wasser ist im Neopreneshorty angenehm, auf jeden fall nicht zu kalt.
Wir haben eine Leine und eine Netzboje in der Schraube. Die Leine kann ich nicht abwickeln, die Welle ist blockiert. Also erst mal abschneiden. Dann mit dem kleinen Tauchermesser sägen, schneiden, hebeln. es dauert, aber Welle und Schraube sind dann frei und unbeschädigt.

In St. Malo hatte ich einen Tuwerksschneider montieren wollen, der aber leider einen zu kleinen Wellendurchmesser hatte, ob der was verhindert hätte?

Ike fischt derweil eine treibende Leine neben dem Boot aus dem Wasser. Die, die ich durchtrennt hatte. Am Ende hängt ein Hummerkorb!

Wie kann ein Hummerkorb im Manövrierbereich der Stege ausgelegt werden?

Also dann, Schlauchboot flicken. Das gelingt nicht beim ersten Mal. Neuen frischen Kleber besorgen, und dazu ein großes Tauchmeser mit einem martialischem Sägeschliff auf dem Messerrücken. Für alle Fälle.

Der 2. Versuch klappt, ein Flicken von inne und einer von aussen.
Morgen abend kann da wieder voller Druck drauf.
Eine deutsche Yacht liegt noch hier; Eigner ein Renterpaar aus Bonn, die die letzten Jahre von Mai an so um 4 Monate in der Bretagne unterwegs sind. Und vom Leben hier schwärmen, vom Essen, der Landschaft, den Häfen.
 
 

2.8.17

Ike:

Hafentag – eine Regen- und viel-Wind-Front solll durchziehen, also wozu hetzen wenn man Zeit hat. Heute ist Markttag, herrlich hier in Frankreich. Zwar bei strömendem Regen, dennoch grand Café au Lait im Bar Tabac etc. Um 11.30 Uhr hört es auf zu regnen. Noch etwas grau hier, aber alles bei milden 20-22 Grad.

Peter:
Treguier hat einen schönen alten Stadtkern, die Häuser sind aus Grantsteinen gebaut und  ab dem OG oft als Fachwerkbauten im normannisch-bretonischen Fachwerkstil.
Markttag, mit Verkauf von Hühnern und Gänsen, Entenküken. Ein Bordhuhn? Besser nicht.
Am Einkauf der Franzosen sieht man, Essen hat eine höhere Qualität. Fisch, Fleisch, Gemüse wird sorgfältig inspiziert, diskutiert, ausgesucht. Ein reichhaltiges Angebot an Käse, Fleisch, Meeresfrüchten, Brot….verführt mnatürlich auch und ich bremse mich mit nur einer Sorte Pat de la Campagne. Die mochte Ingo auf den Kanutouren auch am liebsten.

Frühstück Baguette Tradition und dies und das…

03.08.17

Ike:
Wir haben jetzt beide Autos in Treguier und fahren ein Auto an den Hafen von Brest. Bea und Eberhard werden mit dem Flugzeug in Brest ankommen und haben so ein Auto, an unseren Standort dann zu kommen. Auf der Rückfahrt besuchen wir die Côte Granit Rose, die Insel Renot, Tregastel, Perrez Guirrec – beeindruckend schön, einfach sehr sehr nette Orte, die einen Besuch lohnen. Fahrradtouren hier müssen total schön sein.

04.08.17

Ike:

Am Freitag morgen 4.8 verlassen wir Treguier, es geht nach Roscoff. Es ist relativ kühl, grau bewölkt, die Sonne lässt sich nicht so oft blicken. Der Hafen Plaisance ist sehr gross (für 670 Schiffe), modern, relativ neu aber natürlich ohne Charme. Das Städtchen sehr klein, „aufgeräumt“, sauber und beschaulich. Sehr viele Touristen sind hier, die meisten Franzosen. 
 

Treguier – Roscoff

Ablaufendes Wasser ab 07:30, also früh aufstehen. Ike schnappt sich Blues und besorgt noch frische Baguettes, ich mache das Boot klar.
08:30 los und dann in der Mündung Ankern und den Mitstrom abwarten, das war geplant.
Wir haben dann beschlossen, durchzugehen und mal abzuwarten, wieviel Strom steht.

Draußen steht eine lange sanfte Dünung, wir sind im Atlantik; obwohl eigentlich ja erst ab Ushant, oder Ile de Quessant. Aus der Landbdeckung frischt der Wind auf, zum Komfort setzen wir Reff 1. Es wird mit doch Nördlicher Westkomponente ein Kreuzkurs. Ab 14:00 setzt der Gegenstrom mit 2 Kn. Für Trebeurden sind wir zu früh, da steht noch zu wenig Wasser, also 10 Sm weiter nach Roscoff. Der Wind nimmt ab, wir können ausreffen und mit norddrehendem Wind Roscoff fast Anliegen. Blues döst vor sich hin und wird nur bei mit Essen verbundenen Geräuschen aktiv.

Morgen gehtś nach Laberwrach als Absprung nach Brest rund Pont Mathieu; dahin haben wir gestern schon Ikes Auto vorgebracht.

Roscoff ist eine Topmarina, 2014 gebaut. Moderne, großzügige Einrichtungen und viele große Schiffe über 40 Füße deutlich hinaus. Viele Engländer, die Ihr Boot hier haben und mit der Fähre anreisen. Billiger als ein Liegeplatz in England. Oder auch schon Brexit?

Das ist unser heutiger Track:

 

Roscoff – Láber Wrach – Camaret – Doarnenez

05.08.17 Roscoff – L´Aber Wrach

Ike:
Am nächsten Morgen geht es früh los, aufgrund der Tide müssen wir um 7.15 Uhr los, damit wir durch die Passage Ile de Batz gut durchkommen. Uns erwarten 16- 18 kn Wind und eine sehr sehr bewegte See. Aber so etwas von einer krabbelten ekeligen Welle, dass selbst Blues seekrank wird. Er verliert ein wenig die Orientierung, kann sich nicht auf seinen Pfoten halten. Und so verbringe ich die Hälfte der Fahrt mit ihm „unterm Tisch“ in seinem Körbchen. Schon recht früh gegen 13.30 Uhr kommen wir im Zielhafen L’Aber-Wrac’h ein. Eigentlich ein kleiner Hafen, doch grösser als gedacht, toll gelegen, viele Segelschulen in der Bucht und Kanuverleih und -Clubs. Ein sehr nettes Örtchen und dazu die endlich wohlverdiente Sonne. Zeit zum Einkaufen in der nahegelegenen Centre-ville (2km), Zeit für ein kühles Bier und zum Faulenzen. – Gegen 18 Uhr ist der Hafen vollends überfüllt, sie liegen im 3er Päckchen. Auch die Moorings besetzen sich zusehends. Und die meisten Segler sind Franzosen.

Peter:

Durch den Kanal zwischen der Ile de Batz und dem Festland können wir bei Hochwasser gut durch, ausreichend Wasser an den Flachs. Alledings gegenan und danan hart am Wind kreuzen bei einer Scheißwelle. Unangenehm. In der Mündung des l´Aber gehts besser, Kurs raumschots und wir liegen in L´Aber Wrach komfortabel an der Aussenmole. Die Sonne scheint, alles gut! Bar Tabc in der Nähe, Kaffee sehr gut.

06.08.17 L´Aber Wrach – Camaret

Peter
Gezeitensegeln, also um 06:45 den Strom mitnehmen, um an der Point St. Mathieu Mitstrom zu haben. Das ist ein Kap, an dem Strom bis 3,5 Knoten stehen kann und dann über Flachs von 8-10 Metern Wassertiefe grobe Brecher, insbesondere bei Wind gegen Strom. Wir haben einen französischen Nachbarn auf uns liegen, brandneue hochglanzpolierte Bavaria mit allem Schnick und Schnack. Gegen 23:00 kommt er bzw. die aus dem restaurant zurück und ich bitte ihn, uns um 06:45 rauszulassen. Pas de problem und tatsächlich, um 06:15 gehen bei ihm die Lichter an und er legt ab um kurz drauf wieder anzulegen.

Die Mündung des Flusses raus ist es ruhig, dann steht doch eine etwas grobere welle, Kapeffekt. Hoch am Wind können wir aber schnell abfallen und um die Ecke ist die See glatt, lange Dünung und angenehm. Der Wind ist schwach, und wor müssen motorsegeln, um das Zeitfenster der Gezeit zu nutzen.

Die Küste ist felsig steil, vor den Kaps gibt es ketten von hohen felsen mit Durchfahrten dazwischen, die sich durchaus einige Meilen in die See erstrecken. Total zerklüftet, teilweise mit Durchhöhlungen. Und respekteinflößend. Besser in sicherer Distanz bleiben, obwohl, an die geringen Kartrentiefen mit Gezeitenzuschlag und die Berücksichtigung der Coeffizienten haben wir uns gewöhnt. 

Wir gehen nicht nach Brest, sondern nach Camaret. Das ist ein kleiner Fischerort (gewesen) und nun ein französischer Ferienhotspot. Wir liegen an der Aussenmole des Hafens 12.30 ruhig fest und haben Zeit für Siesta und eine Wanderung hoch zum Kap Point de Penhir.
Jede Menge von alten Befestigungen, datierend auf Vauban, Franzosen 1920 und Adolf Doof (Wie Helmut Schmidt ihn bezeichnete). Eberhard, wollen wir nicht doch mal den Beton mit dem Schmidthammer……

Bereits Vauban, der berühmte Festungsbaumeister,  hatte die Rede von Brest mit 40 Forts und Stellungen und 480 Kanonen befestigt. Und diese Stellungen waren so ausgesucht, das sie weiter genutzt wurden.
In Camaret am Hafen gibt es eine Kirche, am Kirchturm fehlt die Spitze. Die haben die Engländer 1800 irgendwas in einem Schusswechsel zwischen deren Landungsflotte – sie wollten Brest vom Land her einnehmen und sind gegenüber Camaret gelandet – und der dort auf Geheiß Vaubans erichteten Batterie abgeschossen. Seither nicht mehr aufgebaut.Wo hatte Vauban planerisch seine Hände nicht im Spiel.

Auf der Hafenmole – Angler, Angler, Angler.
Die fangen Makrelen, Barsche, und mit Grundnetzen auch große Krabben.
In den trockenfallenden Gebieten  sind ganze Familien unterwegs zur Peche a la pied, Muscheln und Schnecken suchen.

Abend tun wir uns an Spagetti mit Muscheln und Salat gütlich, einen kalten Weißwein dazu, was will man mehr.

07.08.17 Camaret – Douarnenez

Morgens einen kurzen Espresso, und dann wandern wir hoch zu den Menhiren von Laghuet. Eine Steinsetzung die aber mit Carnac nicht mithalten kann. Weiter zur Point de Penhir. Auch dort Weltkriegsbeton. Eindrucksvoll eine Reihe von Schiffsankern versenkter Libertyschiffe, die dort steelenartig aufgestellt sind, wie die Menhire.

Es ergeben sich Ausblicke in schöne sandbuchten, die bei Ebbe entstehen, und die Landschaft ist mit Heidekraut bewachsen. Auf den schmalen Pfaden abseits der hauptwege fällt man dan fast wieder in plötzlich auftauschende Stellungsgräben, Geschützlöcher und auffallend sind die in Reihen verlaufenden Bombentrichter, natürlich auch mit Heide bewachsen.

Blues rennt wie der Teufel und legt sicher mindestens 20 km zurück. Der wird gut schlafen.

Gegen 12.30 läuft die Gezeit und wir gehen um die Kaps in die Bucht von Douarnenez. Schwacher Wind, aber der Code O hilft und bringt uns auf 4-5 Kn. Der Wind nimmt dann zu und es werden 6-7 raumschots, also schräg von hinten. In Audierne steht der Wind und damit der Schwell in die Hafeneinfahrt, genau von vorne. So liegen wir dann auch an einem Steg mit ausreichend tiefgang bei Ebbe. Etwas schaukeliger Liegeplatz, aber mit den Leinen mit den eingespleißten Ruckdämpfern ist es komfortabel. Ein Ankommerbier (2) und dann an Bord duschen und kochen. Blues ist platt und liegt unter dem Tisch.

Weiter planen….es geht durch das Raz de Sein; daher kommen die spektakulären Leuchturmfotos bei Sturm. Viel Strom, und eine Lücke zwischen den felsen, in dem ein Inshorefahrwasser verläuft.
Bis dahin brauchen wir 3 Stunden, die Gezeit läft um 05:00 oder 17:00. Also letztere.

Mal sehen wie das Wetter sich entwickelt, das Barometer fällt deutlich.

Vielleicht nach Morgat, das ergibt dann für Donnerstag einen besseren Winkel zum Wind und eine Stunde weniger Segelzeit bis zum Kap.

 

 

Und kommt mal wieder anders

08.08.17

Ike:
Ganz früh Sonntag morgen (6.00 Uhr!) stehen wir auf – naja, so oft wird es nicht mehr früh sein müssen – um die „RACE“ bei/vor Brest bestmöglich zu erwischen. Wenig Wind, es steht noch eine mittelfiese Welle – Blues entscheidet von vorneherein, unten in seiner „Kiste“ unter dem Tisch zu bleiben. Ausserdem ist es ihm definitiv zu früh. Ein supertoller Sonnenaufgang und es geht gen Camaret-Sur-Mer. Dort kommen wir mittags an. Ein malerischer Hafen, voller französischer Touristen; die Cafes, die die ganze Strasse und Buch säumen, sind voll. Es ist die  Touristenmeile; ansonsten ist der Ort beschaulich und ruhig. Abends andern wir zur Spitze des Landvorsprungs, ein herrlicher Blick. Schroffe, steil abfallende Felsen.

Am nächsten Morgen wandern wir zu den Megalithen, von dort weiter zum Pointe de Pen-Hir – vorbei an EInschnitten – von oben betrachtet – tolle Sandstrandbuchten. Sehr idyllisch. Unser Spaziergang geht ca. 12 km über und durch eine Heidelandschaft. Blues ist hier ausser Rand und Band und rast und erkundet und hat schließlich sicherlich das doppelte an Strecke gelaufen.

Mittags starten wir gen Duananez und können alles nochmals von Seeseite betrachten: tolle bizarre Felsformationen. Die See ist ruhig, ca. 7-8 kn Wind bei einem An-wind-Kurs und Sonne. Blues erholt sich und verschläft die Fahrt komplett. Gegen Nachmittag ändert sich Wind und Wetter, es frischt moderat auf mit jedoch etwas kabbeliger aber unspektakulärer Welle. Um ca. 17.30 Uhr kommen wir in Douananez an. Wir legen uns an einen Aussensteg gegenüber der Ile de Tristan. Dank der Superleinen von Peter eine schöne Schaukelei. Alles verpackt, abgefendert – Hafenbüro – und ein Bier. Wir sind angekommen. Blues ist nach seinem Speedy-Halbmarathon immer noch tiefenentspannt. Wir aber auch. Die Sonne ist jetzt verschwunden, es sollen zwei bewölktere windreichere Tage folgen. Mal schauen, wie unsere weitere Planung wird.

Die Nacht war wirklich zu schaukelig. Es muss etwas „anderes“ her. Entweder … Oder. Nach langem Abwägen entscheiden wir uns für das „Entweder“ das heißt, wir bleiben in Douananez. Bis Donnerstag. Mittwoch, der Schlechtwettertag, wird Peter das Auto beiholen.- Es muss von uns auch erst einmal gelernt werden, dass wir uns die Ruhe und Zeit nehmen, die ja theoretisch vorhanden ist, einmal vor Ort zu bleiben – mehr als eine Nacht. Ein langer Spaziergang durch die Stadt, entlang der Drei-Häfen-Anlage. – Jetzt gegen mittag wir das Wetter etwas unbeständiger, aber ohne Regen, jedoch frisch mit immer mehr bewölkten Abschnitten.

Bange machen gilt doch

08.08.17

Peter:

Die Wettervorhersage sah Wind aus NW mit bis 20-22 Knoten Wind, das wäre ein Kurs gegenan gewesen, und Dauerregen vor. Also ausschlafen. Aufgewacht, Sonne, Wind na ja, Katzenköpfe auf den Wellen, aber wohl machbar. Aaaaber, Zeitfenster für das Raz de Sein verschlafen. Wir verlegen in den Innenhafen.Also ein gemütlicher Tag in Douarnenez, Stadt ansehen, Fischereihafen mit den vielen Fischrestaurants erkunden, bei Ebbe zur Insel wandern.

Douarnenez war ein Megazentrum der Sardinenfischerei mit über 1200 Sardinenfangboten. Daraus erwuchs eine Konservenindustrie, der ganze Ort muss verqualmt nach Fischgerochen haben. Dann blieben die Sardinen 20 Jahre weg, unerklärlich, mit zeitweisem Rückfall des Ortes in Armut.

Und mal wieder basteln, Startprobleme des Motors….Ursache Kontaktprobleme, eine Steckerverbindung mit Crimpsteckern. Die habe ich außerhalb des Motorraumes mit direktem Zugriff unter den Bodenbrettern verlegt. Keine Hitze, Korrosion und Schwingung mehr. Mal sehen, ob das dauerhaft wirkt.

Der Tag bleibt trocken mit Sonne, abends gehen wir in ein kleines knuffiges Fischrestaurant mit Blick über die Bucht; beliebt und von Einheimischen besucht. Überhaupt sehen wir kaum „Ausländer“.

Der Wetterbericht MeteoMarine sagt für morgen eine Wind und Regenfront voraus, danach Wind auf Nord drehend. Ideal um noch einen Tag liegenzubleiben und das Auto aus Treguier nachzuholen.

09.08.17

Weltreise: Start 07:00 zum Busbahnhof. Der Bus kommt 10 Minuten früher als im Fahrplan und fährt auch gleich weiter.

Bus Douarnenez- Quimper

Bus Quimper – Landernau

Bahn Landernau – Guingamp

Bahn Guingamp – Paimpol

Taxi Paimpol – Treguier

Auto nach Quimper

Bus Quimper – Douarnenez 

Auf der Fahrt nach Quimper fahre ich bewußt durch den aurikanischen  Nationalpark. eine rauhe mit Heide und unglaublichen Mengen an Adlerfarm bewachsene, felsdurchsetzte hügelige Landschaft, teilweise mit altem Laubwald. Mittendrin ein großer See und ein großer Betontopf; ein Atomkraftwerk. Dafür ist die schöne Landschaft nicht mit Windmühlen verschandelt. Sicher ein schönes Wandergebiet, aber heute nebelverhangen bzw. wolkenverhangen und feucht.

In Quimper; wo parken am Bahnhof? Alles zahlungspflichtig. ich parke vor einer Qincallerie, einem Eisenwarenladen alter Sorte.Herrlich. Ich frage die Besitzerin und Inhaberin, ob ich das Auto da parken dürfe. Nein, darf ich nicht, Zone bleue,aber im Hof auf ihrem Kundenparkplatz und sie verrät mir den Trick, mit dem ich die Absperrkette aushängen kann. Härlisch, diese Franzosen.

Mit dem Bus zurück in Douarnenez kaufe ich noch Wasser und schleppe Rucksack und Einkaufstaschen zum Boot und prompt erwischt mich noch ein Regensqall.

Ike hat Reinschiff gemacht und gewaschen, Betten frisch bezogen und Artischocken vorbereitet. Als Vorspeise genehmigen wir uns im Hafenrestaurant einige Austern – hervorragend – und dazu einen kalten Sauvignon. Dann duschen und leckere Artischocken an Bord.

13 Stunden Weltreise….reicht für heute. Morgen 07:30 raus, bis 12:30 müssen wir um die Ecke, bzw. das Kap sein. Ab da ist der Westwind unser Freund. Ziel Audierne.

Der Wind ist weg, dreht von West auf Nord, es hellt sich auf, die Rückseite eben.