Kategorie-Archiv: Allgemein

17. Tag

Immer noch auf Gotland. Wir haben uns ein Auto gemietet um die Insel zu erkunden. Skoda, 140.000 Km, Radio mit Cassettendeck. Im Check in im Bericht 15 Beulen! Verliehen vom Hafenmeister, der hat mehrere solcher Antiqitäten.

Tempolimit 60-80 km, auf den Landstraßen ist das einschläfernd. Wir fahren hoch zur Nordspitze und setzen über nach Farö, um die Raukas enzusehen.
Das sind Kalgebilde, die nicht vom Meer ausgewaschen wurden und wohl eine härtere Konsistenz haben. Gotland ist eine Kalkgesteinsinsel, seltsam, wenn man 50 Meilen westlich im puren Granit segelt.
Die Raukaformationen sind bizarr, besonders die „Hund“ genannte Formation.

HundHund

Hier Hund mit Hund!
Wir sehen uns noch einige Steinsetzungen an, das sind in der Bronzezeit, also voir 3.000 Jahren gebaute Gräber in Schiffsform, aus großen flachen Felsen. Mass z.B. 30 x 6 m.
Es gibt viel Wald, die Nebenstraßen sind geschottert.
Im Hafen angekommen knallt es, die GOTLAND läuft ein und schießt Salut.

Göteborg

Schön restauriert, von jungen Menschen in alter Kleidung gesegelt, sicher um die 50, was wenig ist, wenn man das mit der früheren Stammcrew von um 450 vergleicht.
stauriert. Der mittelalterlich gekleidete Kapitän geht von Bord und wird zeremoniell vom Bürgermeister in gleicher Kleidung begrüßt. Dann wird zum Dinner in der Kapitänskajüte gebeten und dort ein Port auf der Galerie genossen.

Galerie

Das beflügelt meine Phantasie, gespeist durch mein Interesse für die Zeit der Englisch-Französischen Seekriege. Forrester und o´Brian lassen grüßen.

Abends geht´s nochmals in die Stadt; nach einigen Irrungen finden wir auch die Kirchenruine, in der wir eine Gauklertruppe sehen möchten. Leider „nur“ ein Comedyprogramm auf Schwedisch, keine Artistik. Das lassen wir dann lieber.

Tja, vielleicht doch mal einen schwedisch Grundkurs machen?

 

 

 

18. Tag

06:00 Ablegen Visby Richtung Festland, Ziel je nach Wind Nordspitze Öland oder aber Gryts Skaergard bei Figeholm.
Tja, aber der Wind spielt nicht mit. Wir müssen abfallen Richtung Västervik. Wind aus WSW bis 22 kn, einige Regenböen wie angekündigt. Schnelles Segeln.

Skipperpennt

Der Autopilot hält Kurs, der Skipper schläft.
Jetzt sind es 16:00 und wir gleiten gemütlich durch den inneren Schärenweg Richtung Vipholmen. Da werden wir an den Fels gehen. KH wollte nach Västervik, und hat dann den Winddreher genutzt, nach Figeholm abzubiegen. Könnten wir auch, aber an den Schären ist viel schöner liegen.

 

16. Tag

Heel bezig, viel zu tun und zu sehen, Berichte folgen später

skipperMenu

15. Tag – im Mittelalter

Wir kommen uns als nicht kostümierte Zivilisten wie Fremdlinge vor.
In einer der zahlreichen Kirchenruinen (die katholischen fielen der Reformation zum Opfer) haben wir die Band Privateers gehört. Die einzige schwedische Piratenband, nicht ganz das Mittelalter, aber with a letter of marquee, angeblich. Tolle Show und tolle Kostüme.
Pirat 4
Der gefiel mir besonders
Pirat1
Und dann die Fans…
Dick
sportlich….
Anschließend waren wir in einem ehemaligen Kloster,
Kloster 1

Kloster 2

dort werden wir morgen in einer alten Halle essen, und uns versuchen, in der Kleidung etwas anzupassen. Bedeutet, morgen auf dem mittelalterlichen Markt einkaufen.
Die Stadt ist abends beleuchtet, schöne Stimmung
Pirat 2
Es ist unglaublich, wieviel Mühe die Menschen auf ihre Kostüme verwenden. Es kommen Menschen aus ganz Schweden und Europa, um eine Woche Mittelalter zu zelebrieren. Die Stadt ist autofrei und gibt die perfekte Kulisse.

 

14. Tag – Auf nach Visby

Das war eine unruhige Nacht. Wind von querab um 14 Knoten ließen die Boote im Hafen tanzen, ich habe gegen Mitternacht noch eine zusätzliche Bugleine gelegt, dann ging es besser. Gleichwohl, die Leinen knarren auf den Klampen und um 04:00 schlug Ike vor, abzulegen. Gut, mit Hund und Fahrad los 3 schnelle km, Jazztime!
Der Wind hat gedreht auf S, 12 kn genau auf den Bug ablandig, das macht das Ablegen einfacher. Alle langen Landleinen eingeholt, vorne eine lange Kontrolleine, Heckanker auf die Winsch und langsam achteraus. Was angeln wir mit dem Heckanker? Eine andere Ankerleine. Abgehakt, langsam raus und bei kleiner Fahrt das Boot klargemacht, Dinghi an Bord, Leinen aufschiessen, Code O anschlagen und los gehts mit im Schnitt 6 kn, Sonne, um 06:00 haben wir Landsort querab. Zur Windseite zieht es sich gegen 09:00 zu, die Sonne verschwindet, und der Wind dreht und nimmt ab auf 6 kn aus 60. Das wird nichts, also Motor dazu und weiter. Die alte Welle aus NO ist weg, die See wird ruhiger und glatter.
JazzDeck
13:00, wir stehen 3 Stunden vor Visby, bald muss Gotland in Sicht kommen. Rundum nichts ausser Fährenverkehr parallel laufend ab und zu.
16:00, der Wind ist weg, wir laufen unter Motor und stehen 5 Meilen vor Visby, die Mauern der Altstadt sind schon deutlich zu sehen.
VisbyvonSee
Gleich gehts ab in´s Mittelalterfestival. Hoffentlich bekommen wir noch einen guten Liegeplatz.
Den bekommen wir, Heck zum Kai, vorne an 2 Bojen.
Nach Aufklaren geht´s in die Stadt, eine tolle Stadt: Rothenburg ob der Tauber ist ja schon schön, aber Visby ist eine mittelalterliche Festungsstadt mit einem Mauernkranz von 3,4 km Länge und darin überwiegend alter oder angepaßter Bebauung. Seit 30 Jahren gibt s eine Mittelalterwoche; die innerhalb und ausserhalb der Stadt gefeiert wird. Die überwiegende Anzahl der Menschen ist kostümiert; man sieht tartarische Fellhändler aus dem Norden, Kaufleute, Jäger, Mongolen, alle Nationen. Es gibt eine große Zeltstadt und einen riesigen Markt. Abend um 22:00 findet in den Wallgräben, einem natürlichen Amphitheater, ein Feuerspektakel einer Gauklertruppe statt. Jonglieren mit Feuer.
Feuer1

Das ist im dunklen sehr beeindruckend und die Jungs sind wirklich gut. In einem alten Kloster gibt es ein Bankett, alle Menschen schön verkleidet, man kann die Stimmung gut fühlen, die damals zu Zeiten der Hanse an diesem Haupthandelsplatz geherrscht haben muss. Hier bleiben wir ein paar Tage.