Saisonstart, aber anders…..

Der Camper ist voll mit AusrĂŒstung fĂŒr YOHO, ab gehtÂŽs nach Holland.
Letzter Grevelingencup; wir segeln mit Freds Sundance Kid zu dritt: Chiara, Fred und ich.
Leichtwind mit um 10 Kn abnehmend, gut zum Spisegeln. Der geht dann auch fĂŒr 500 Meer hoch; die LeinenfĂŒhrung habe ich als Vordecker perfekt im Griff, keine Sanduhr!

Die Bahn wurde verkĂŒrzt, um sicherzustellen, das diesmal auch alle inÂŽs Ziel kommen und nicht, wie letztes mal, in Flaute verhungern. Der Wind steht aber durch, und so sind wir schon um 13:30 „durch“. Wir werden 4., und im Gesamtklassement 8.; nicht schlecht.

Abends essen wir alle lecker zusammen bei Perrys, und ich fahre dann mit Blues weiter noch durch Belgien gerade so nach Fankreich ÂŽrein.

Sonntag bin ich dann abends in Arzal und möchte zum Schiff, das an einer Mooring liegt.

Im Hafen niemand zu sehen, Hafenmeisterei nicht besetzt, und die RuderkÀhne nicht vorhanden.
Hm.
Im GebĂŒsch findet sich ein alter Optimist und ich einen Besen als Paddel. Mit Kandiertechnik lĂ€ĂŸt sich das Ding sogar gut bewegen, nur, ich kniee bald in viel Wasser. Der Opti ist total undicht!
Es reicht zum Schiff. Schnell die abgeklemmten Akkus anklemmen und rumms, der motor startet problemlos. Gut, also an den Steg und einrÀumen.
Der lackierte Tisch glÀnzt und die nun auch im Vorschiff roten Polster sehen gut aus.
Ich klemme den Entfeuchter an und ĂŒbernachte im WoMo.

Morgens frĂŒh steht noch kein Wind und ich nutze die Windstille, die Segel anzuschlagen..
Abends ist Yoho segelklar und ich gehe an den Travellift. Yoho soll aus dem Wasser und ich will das Unterwasserschiff kontrollieren und den Prop zerlegen und schmieren. Neue Anoden mĂŒssen auch.montiert werden.

Coppercoat hat seine Arbeit perfekt getan, ein wenig Schleim und ein ansonsten sauberes Unterwasserschiff.. Nach 3 Stunden schwimmt Yoho wieder.

Das Wetter sieht nicht gut aus; kalt, windig und viele Regentiefs sind fĂŒr die nĂ€chsten 8 – 10 Tage vorhergesagt. Nichts zum Segeln. Also Ike angerufen und nach Avignon umgeleitet, gucken wir uns mal die Cote dÂŽ Azur an..
Ich lege Yoho mit Hilfe eines dichten Ruderkahnes gegen 23:00 noch an die Mooring, gesichert mit 2 Leinen und der angeschÀkelten Ankerkette.

Am nÀchsten Morgen geht es den ganzen Tag 950 km durch unglaublichen Regen, die ersten TiefauslÀufer, bis kurz vor Avignon die Sonne Žrauskommt.

Ike kommt mit dem TGV und wir haben uns am Bahnhof verabredet. Es gibt aber 2! Ike wartet am TGV-Bahnhof und ich am Zentralbahnhof, aber das klÀrt sich dann schnell.

1 Tag Avignon – auf den Spuren der PĂ€bste im Palast mit einem fantastischen neuen ĂŒber Tablets verwirklichten Museumskonzept. Im Tablet ist der Palast mit virtueller Einrichtung der unterschiedlichen Epochen im Rundgang von Raum zu Raum erlebbar. Sehr anschaulich. Und ein Riesenpalst; welch ein Bauvolumen!

Weiter geht es ĂŒber Arles die Rhone runter in die Camargue. In Arles ist Feria; traditioneller Stierkampf.Die Stadt im Fieber, viel Lifemusik; alle Bands spielen mitreißenden PasoDoble. In der Arena sind die Jungstiere ÂŽdran. Und hinter der Arena stehen die KĂŒhlfahrzeuge der Metzger, welche ihre Messer vorbereiten und den getöteten Stier sofort zerlegen.



Wir sehen uns Beaucaire an und ĂŒbernachten dort auf dem historischen, von Platanen geschĂŒtzten Marktplatz am Rhoneufer.

Ein schöner Ort, frĂŒhmorgens nichts los und wir nehmen einen Grand Lait im Cafe am ebenfalls mit Platanen als Schattenspender gesĂ€umten Platz.

Aber doch, um die Ecke ist Markt, es gibt frisches baguette und Obst..

Le Grau du Roi und Aigues Mortes an gönnen uns einen Campingplatz in Les Saintes Maries de la Mer. Osterferien; schon etwas los, im  Sommer muss das unertrĂ€glich sein.

Durch die Etangs geht es weiter ĂŒber Marseille die kĂŒstenstraße Richtung Cavalaire sur Mer vor St. Tropez, wo wir einen schönen Abend mit Bekannten verbringen.

CĂŽte dÂŽ Azur, die „blaue“ KĂŒste vollgebaut mit schönen Villen in Parks, kaum Zugang zum Wasser, alle ParkplĂ€tze mit Barrieren gegen Wohnmobile gesperrt.

   

Blues liebt altes baguette; und das vom Vortag ist dann seines.

St. Tropez mit ParkplĂ€tzen mit einem Limit von 3 Stunden – 9.00 Euro, ab da wird es teuer. 3 Stunden 20 Minuten 30.00 Euro. Die wollen, das Menschen schnell durchgeschleust werden und wieder weg sind.
Gleichwohl ein schöner, alter Ort, im alten Hafen mit einigen Holzklassikern und hĂ€ĂŸlich protzigen Motorbooten. Die sind entweder riesig und durch Bordpersonal professionell auf Hochglanz dauergepflegt oder kleiner, und ausgeblichen – ungepflegt mit deutlichen SchĂ€den, Kratzern Gebrauchsspuren, die vom Können ihrer Skipper Zeugnis ablegen..

Schon jetzt lange Staus. Ich habe einen Bekannten besucht, der sagt, im Sommer mußt du vor 08:00 in St. Tropez sein, danach braucht man mehrere Stunden im Stau mehr.
Wenig öffentlich zugÀnglicher Strand. In Cannes Zutritt pro Person und Tag 20,00 Euro. Super mit 2 Kindern, je Tag schon mal 80,00 Euro nur um zum Wasser zu kommen.

Zwischen Hafen und Ort fast immer eine laute Straße und Bahnlinie, Das stĂ¶ĂŸt ganz schön ab. Und macht mich bedenklich im Hinblick auf unsere PlĂ€ne, diese KĂŒste abzusegeln. Kann man ja auch auslasesn und ĂŒber Balearen – Korsika – Sardinien – Elba nach Italien.

Die Natur? Alle HĂ€nge vollgeknallt mit GebĂ€uden, im Hinterland MĂŒll und erst einige Kilometer von der KĂŒste im Landesinneren dann die Schönheit der Seealpen. Na ja, muss man vielleicht mal gesehen haben.

Italien, noch etwas schmutziger. Menton mit schöner Altstadt, neuer Uferpromenade, Genua ein Moloch mit mehrspuriger Straße, Hochstraße und Bahnlinien zwischen Hafen und Stadt. Wir haben einen Busparkplatz gefunden und in der Altstadt ein leckeres Abendessen. Mailand – haben wir durchquert, aber auch da keinen brauchbaren Parkplatz fĂŒr eine Stippvisite gefunden und sind weiter zum Lago Maggiore.

Dort ist es frĂŒhlingshaft warm und es  blĂŒhen gerade die Kamelien und Ike riecht sich durch die Sorten. Oberhalb von Locarno gehen wir wandern, Blues freut sich ĂŒber die vielen BachlĂ€ufe.
Am Markt gibt es Cafes und

nein, nicht die Flamingos der Camargue (die sind tatsĂ€chlich rosa) aber eine Kunstinstallation. Da hatte einer viel Puste – oder einen Kompressor.

Von da geht es bei Lukas und Kasia vorbei zu einem gemeinsamen Abendessen, weiter dann ĂŒber Basel nach Hause..
4600 Km, die komplette Cote dÂŽAzur KĂŒste zwischen Setes und Genua abgefahren, und keine Seemeile.Aber eine interessante Rundreise. Und was ist St. Trop schon ohne BB?