Archiv für den Monat: August 2018

Brest – Aulne – Camaret – Douarnenez

 
In Camaret sind Anoes und Johann von Bord und wir weiter nach Brest. Unterwegs entdecke ich wieder Wasser in der Bilge, wir Pumpen das erneut ab und nun ist klar, das es bei einem bestimmten Füllstand aus dem Frischwassersystem austritt. Das ist zu finden. In Brest treffen wir Eberhard, der sitzt schon wartend in einem Restaurant und wir sehen uns ausgiebig Brest an. Das Marinemuseum, mit der Seilbahn dann die alten Marinewerkhallen. Die sind fantastisch umgenutzt, eine riesige mehrschichtige Hallenanlage mit Einbauten, noch alten Maschinen darin, einem perfekten glatten Boden und sicher drei Fußballfelder groß. In einem Modelbauladen finde ich ein LIPO-Aku für die Ankermaus, jetzt piept sie wieder. Abends gehen wir weiter in den 2. Yachthafen, Port du Moulin Blanc, und sehen uns dann am nächsten Tag das Oceanarium an.
 
Das ist sehr eindrucksvoll, so fantastische Aquarien habe ich noch nirgendwo gesehen. Und natürlich Kommissar Dupins Pinguine.
 
Im Hafenbüro erwische ich einen Revierführer nur über die große Rade de Brest und wir beschließen, in das hinterste Zipfelchen und dann ein Stück die Aulne hochzusegeln. Die geht dann nach einer Schleuse in den Kanal Nantes a Brest über.
Wir finden einen schönen Ankerplatz, aber der Anker hält beim ersten Mal nicht und muss nochmals gesetzt werden, dann gräbt er sich richtig ein. Blues kommt nach Landgang – bei Niedrigwasser – ziemlich verschlammt wieder an Bord. Also mit viel Wasser abspülen.
Wie immer, haben wir leckere Sachen im Proviant und füttern – mal wieder – Austern.
 
Weiter gehts nach Camaret, schönes Segeln am und halb, später raumwindig. Dort genießen wir das schöne, saubere und dieses Jahr durchaus wärmere Seewasser und schwimmen ausgiebig; ich lieber nicht, jede Bewegung schmerzt in den Rippen. Langwierige Sache. Im Supermarkt wird der Proviant ergänzt, im Shipshop Gas und ein bretonischer Single Malt Whiskey erworben. Alternative zum Ricard.

Wir haben Zeit und ich nehme mir mit Eberhard die Ankerkette vor, alles raus und auf den Ponton und abgeschrubbt, dann die Kettenlast ausgespült und ausgepumpt. Dabei bricht die Whale-Pumpe; immer wieder unglaublich, wie schlecht die mechanische Qualität mancher Ausrüstungsteile ist…
Es geht nochmals an den Strand und Blues ist vom Schwimmen zwischen uns und Dummyverbuddeln total fertig.
 
Und dann geht es weiter nach Douarnenez. Wir sehen uns die Stadt an, und gehen in dem kleinen Restaurant über der Küste essen.

Erst eine, dann 2 Nächte. Der Wind paßt nicht, wir möchten zur Ile de Sein. Wind aus dem nördlichen Quadranten ist da schlecht, es gibt einen von Flachs und Felsen umgebenen Ankerplatz. Wird wohl Nichts bei NNWund W, mal sehen. Vielleicht als Tagesvisite.
 
In der Markthalle suchen wir uns was leckeres zusammen, Austern, Palourdes und Bigourneaus, Französischen Kabeljau in Curry, Gemüse geschmort in Curry, unglaublich leckerer Käse, das ist unser Abendessen. Avec du Vin Blanc.
 
Gute Nacht!
 
 
 

 

M

Ile de Sein, St. Evette Moorings bei Audierne – Loctudy – Glenans – Loctudy

Es bleibt windig, und wir laufen aus. Am Wind gehts zum Raz de Sein, die Bedingungen werden moderater und dann entschließen wir uns, die Ile de Sein anzulaufen für einen Kurzbesuch. Wie immer ist es vor Ort weiter und breiter als man es den Beschreibungen und der Seekarte entnimmt. Wir ankern in Lee der Halbinsel zum Leuchtturm und machen das Dinghi klar. es steht so um die 70 cm Welle und umsteigen ist dann etwas balancieren, bei aufgehender Welle einsteigen. Einmal um die Insel und einen Cidre vom Fass, 2,5 Stunden später sind wir wieder auf dem Weg und es geht die Küste halbwindig um die Ecke nach St. Evette, an die Mooring des Rettungsbootes hinter der großen Mole. 96.- Euro haben wir gespart, denn wir wollten alternativ von St. Evette mit dem Bac zur Insel übersetzen…das werden wir im Amiral in Concarneau in Essen umsetzen und Kommissar Dupins Lieblingsgericht testen.

In St. Evette kommen wir spät an, die letzte freie Mooring ist die des Rettungskreuzers, der nicht im Wasser liegt. Also nehmen wir die. Die Nacht ist ruhig.

Weiter gehts um die Penmarch Halbinsel erst halbwindig dann raum nach Loctudy. Schönes Segeln, aussen um die ganzen Felsen und Riffe, alles gut betonnt.

Lesconil und Guilninec können wir nicht anlaufen, die Wetterprognose macht das Auslaufen bei viel Welle über ausgedehnte Flachs risikoreich. Better safe than sorry! Also Loctudy. Wir bekommen einen der letzten Liegeplätze in einer Boxengasse, die kaum breiter als unsere Schiffslänge ist. Rückwärts einparken bei Seitenwind, alle rennen auf Ihre der Boxengasse zugewandten Hecks oder Bugspitzen in Erwartung eines missglückten Manövers um Abzuhalten. Aber es klappt perfekt, Bugstrahlruder ist schon hilfreich. Und die an Land bereitstehenden Helfen freuen sich, das sie noch nicht mal Leinen annehmen müssen. Der Hafenmeister meinte, er hätte starke Bedenken gehabt, das das klappt.

Es gibt ein Schönwetterfenster, also schnell noch mal zu den Glenans. Fantastisches Wetter, gute Kneipe ohne Touristen nach Abfahrt des letzten Bacs, Speisefolge Austern, Palourdes, Dorade Grise vom Grill, dazu Gemüse geschmort, Käse, ein leckerer kalter Weißwein.
Und dann nochmal allemann und Hund an Land, in den Bucaneer auf einen Absacker.

Um 08:00 gehen wir Anker auf wieder nach Loctudy, es soll eine Regenfront durchgehen. Die kommt auch, in 1,5 Stunden sind wir bei 19 kn Halbwind in Loctudy und patschnaß. Erstmal alles in´s Bad zum Trocknen mit Heizgebläse, vorgezogener Mittagsschlaf und dann mit dem Bac rüber nach Ile Tudy am Strand entlang wandern.

Moren werden wir Räder mieten und Lesconil und Guilvinec ansehen radeln. Und dann gehts nach Concarneau, ab Mittwoch beginnen die Fetes des filets Bleues.

 

 

 

 

 

 

Nebel

Lesconil und Guilvenec haben wir uns per Fahrrad angesehen; insgesamt so 40 km, die Blues gut getrabt ist mit Zwischenspurts, je nach Lust. Ike und Eberhard hatten ein Tandem, gut zum Gartenfachsimpeln. Die beiden Häfen sind eher Fischereiorientiert, besonders Guilvenec, und nur bei HW +- 2 anzulaufen. Dadurch aber auch sehr ruhig, kleine Kneipen, durchaus einen Besuch wert bei moderatem Wetter. In Loctudy beschaffen wir uns alle Zutaten für eine reichhaltige Fischsuppe, ein Genuß zusammen mit frischem Baguette.

weiter geht es bei Vorhersage Sonne nach Concarneau. Es ist aber erst mal schwachwindig und neblig, mit leichtem Nebelnässen. Unter Groß und Code O laufen wir aber immerhin 3 kn, und gegen 14:00 geht der Nebel hoch, noch 5 Sm bis Concarneau.

In Concarneau bleiben wir drei Nächte, genießen die Atmosphere des Festivals und nehmen einen Tag ein Auto und sehen uns den Wald Broceliande an, der in der Artussage und in dem letzten Kommissar Dupin Krimi eine Rolle spielt. Wir wandern um den See der Abtei Ploermel, ein toll angelegter Weg durch den Sumpf. Holzstäbe oder eingerammte Baumstümpfe gegen Ausrutschen mit Hufnägeln benagelt. Blues findet den Wald auch toll und platscht durch Wasser, Schlamm und Moor. Gut, das er dann am Seeufer das Zeugs wieder rauswäscht beim Schwimmen. Nach einem ausgiebigen Picknick mit Baguette, Pastete, Käse gehts dann zurück mach Concarneau.

In den Kneipen gibt es Konzerte und auf der großen Bühne am Hafen spielt eine afrikanische Band sehr mitreißende Musik. Den Stil kann ich gar nicht einordnen.

Am letzten Abend spielt dann eine keltische Gruppe, die uns nicht zusagt, und so sind wir früh an Bord und in der Koje; nach einem Cidre Pression, kann man sich dran gewöhnen.

 

Ile de Groix

der Himmel ist klar und blau, die Bewölkung weg und es gibt räumen Wind, auf geht es zur Ile de Groix, Port Tudy. Mit zum Schluss ausgeräumtem Code O marschiert Yoho ordentlich und wir bekommen einen Platz an den Moorings. Zum Schluss liegen wir mitten in einem dreiseitigen Päckchen von jeweils 20 Schiffen. 

Wir wollen einmal um die Insel wandern, aber haben uns in der Distanz gehörig verschätzt. Das umgehen bzw. Umwandern der ganzen Einschnitte, und Buchten kostet Zeit und so kürzen wir in der Hälfte ab. In den kleinen Orten kommen wir nach 14:00 Uhr durch, und da gibt es in den Cafés und Bistros nichts mehr zu trinken; nur zu essen. Aber im Hafencafe gibts Cidre Pression, schön kalt, und leckere Sardinenbrote. Und dann Nachmittagsruhe bis abends, wo wir gut essen werden.

Wieder an Bord gibtś Liverock und Blues aus dem  Hafencafe, mit einem guten Bluesharpspieler.

Am nächsten morgen sortieren sich die Päckchen nur langsam, der Wind ist schwach und wir wollen in den River Etel. Der hat eine extrem flache Barre in der Einfahrt und man wird von einer Lotsenstation mündlich in der sich ständig verändernden Fahrrinne eingewiesen. Wir müssen Motoren, um bei Flut noch drüber zu kommen.

Schlauchboot / RIB

das RIB, Schlauchboot mit festem Boden, macht sich. Es ist sicherer bei Betreten und Verlassen, es federt halt nicht. Läßt sich Spurtreue rudern und kommt unter Motor schnell hoch. Mit dem alten Yamaha 8PS Zweitakter erreiche ich bei glattem Wasser mit Blues 30 km/h. Voll besetzt ist das Ding immer noch schnell und läuft trockener als das Schlauchboot.

Letztlich eine gute Entscheidung; und ohne Schlauchboot braucht man hier überhaupt nicht erst Segeln. Man kommt einfach nicht von Bord beim Ankern und an den Moorings.

Übrigens, Gezeitensegeln, die notwendigen Berechnungen sind mir schnell in Fleisch und Blut übergegangen, das ist kein Hexenwerk.