Archiv für den Monat: März 2015

Coppercoat und Bugstrahlruder

04:45 klingelt der Wecker, ab in´s gepackte Auto und nach Port Zelande. Um Antwerpen ist Stau und ich komme erst um 08:25 dort an.
Das Loch im Rumpf ist schon zu und harrt der Lackierung, Domnnerstag!

Loch

Innen ist die Küche wieder komplett.
Werkzeug ´raus und den noch uinbeschichteten Kiel überschliffen, einige Schadstellen im Coppercoat ausgeschliffen und mit dem kleinen Sander einen vollflächigen Aktivierungsschliff aufgebracht. Leichtes Anschleifen mit 220 Korn, und schon glänzt das Kupfer durch.

Copper

Die Kupferbeschichtung ist ordentlich hart, der Staub fliegt mir trotz Absaugung in´s Gesicht, reagiert mit dem Schweiß  und ich sehe mit grünspangrün

em Gesicht aus wie Kermit.
Hattew ich gar nicht so realisiert in der Hitze des Gefechtes, aber jetzt weiß ich auch, warum die mich auf der Rückfahrt an der Tankstelle so angestarrt haben.

Gegen 10:00 kommt Ger und nimmt sich den Faltpropeller vor. Zerlegen, alle Flächen sauber machen und nass fein schleifen, neue Anschlaggummis und Anoden, Schraubenwelle und Schraubenbock blankl machen. Er hat eine unendliche Geduld, Mister ONDERHOUD!
Wir stellen fest, das die Werft beim letzten Mal 3 Stahldistanzscheiben vergessen hat; das erklärt die zunehmende Störrigkeit des Props beim Richtungswechsel.

Ger

12:30 bin ich fertig mit Schleifen. Coppercoat angerührt und los gehts mit der ersten Lage. Vollgas; mir fällt der rechte Arm ab, um 17:00 muss ich aus der Halle ´raus; dann macht die Werft Feierabend. Einmal ´rum, Kiel und Fehlstellen sind nachgearbeitet, jetzt 1 Stunde Trockenzeit.
Ger und ich beratschlagen mit dem Werftleiter über den Sinn eines Bugstrahlruders. Jetzt oder nie, es wird in kniffligen Manövern helfen und den Youngsters das Manövrieren erleichtern. Gut für das Boot und die Crew.

Zum Einbau kommt eine 10 PS Turbine mit separatem Akku. Doof, das dann um den Tunnel nochmals Coppercoat aplliziert werden muss, also in 2 Wochen nochmal hoch.

Also schnell kompletten Bugsalon leermachen und in den Salon räumen.
Ger muss nach Hause, DANKE lieber Ger!

Und weiter geht´s mit der 2. Beschichtung Coppercoat. Um 17:05 bin ich fix und fertig, und der Werftchef schließt hinter mir die Halle ab.

Reaktion von Jürgen Hünerbein: „Sach ma Peter, das Bugstrahlruder plombierst Du aber, wenn Du segelst!“

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Was in der Schraube? Oder wie schrotte ich ein Boot…

Start in´s Ijsselmeer; solo ab Port Zelande.
Ich bin gestern bis zur Volkerakschleuse gekommen, schon die 2 Schleusen davor waren kritisch, Wind von hinten, in der Schleuse viel Welle.
Und da nahm der Wind von 25-30 auf 40 Knoten zu, so daß die Brücke über die Schleuse nicht öffnet. Über Funk: Ich sollte mich in den Vorhafen der Sportschleuse legen.
Da stand eine hohe doofe Welle und ich habe versucht, gegen den Wind in den geschützten Hafen Dintelmond zu gehen.
Extreme Windzunahmeauf bis 50 Knoten in Böen; gegen den Wind und die Welle kaum Vorankommen. Der Wind wehte Gischt von der Wasseroberfläche, harte Tropfen, schmerzhaft. Große Schutzbrille angezogen. Also dochvor dem Wind in den Schleusenvorhafen, etwas Schutz ist da durch die Mole gegeben
Im Anlauf geht der Vortrieb zurück, und rückwärtsgang bringt keine Leistung. Aufstoppen ist nicht möglich.
Vor dem Wind ohne Segel 7 Knoten Fahrt, Aufschiessen klappt kaum, der Bug geht gegen 90 Kmh Wind nicht rum.
Also in einem schlechten Winkel auf den Steeg, Rums! Guit, das ich eine Stahlschiene an den Bug geschraubt habe, jetzt hat der Steg eine Kerbe. Schnell eine Leine auf die nächste Klampe, das Boot wird sofort abgetrieben. aber eine Leine so gerade fest. Und dann 2 Stunden mit Muskelkraft und Flaschenzügen das Boot parallel zum Steg bekommen.
Nebendem Steg in der Bö 1 Meter Welle, die Bugnase hing sich am Steg auf und ist verbogen. Bugkortb auch, aber ich hab´s mit dem Spibaum zurückbiegen können.
Welch ein Glück, mit 7 Knoten vierkant vor ein Schleusentor geblasen zu werden wäre keine gute Alternative gewesen.
Probiert, was mit dem Motor ist. Voraus wenig Vortrieb, zurück sofort Vibration.
Ausgekuppelt alles prima.
Also habe ich mir was in der Schraube gefangen. Leider ist die Tauchflasche zum TÜV, und der Regler in Köln.
Morgen um 10.00 kommt ein  Taucher, mal sehen.

Der Wind dreht etwas ablandig, so daß das Boot weniger belastet ist. Schaukelig.
Ich muss morgen von diesem Liegeplatz weg!Unter Umständen nach Dintelmond schleppen lassen, von wem auch immer.

Die Kanaltor ist die nächsten 2 Tage nicht möglich, die Brücken öffnen wegen zu viel Wind nicht, soll bis 10 blasen.
Geht also erst am Donnerstag, dann könnte ich mit viel Glück Freitag in Amsterdam sein und Samstag in Lelystadt.
Alternative Boot in Dintelmond liegen lassen. Muss ich überlegen.

Ja, was in der Schraube !!!!

eine ruhige Nacht, der Wind hat nachgelassen, ab 06:00 war er wieder da; sofort 26, 30 Knoten.
Der Taucher kam, prima Jungs:
In ganz Hoillands arbeiten die: http://www.reddingsdienst.com/de.
10 Minuten Trockenanzug anlegen, 5 Minuten tauchen . Tatsäöchlich Leine in der Schraube, die dadurech nicht mehr aufklappen konnte.Und auch noch eine eigene Leine! 16 mm, und doch durch Reibung durchgeschmolzen unter Wasser und festgehakt, in sich verdrillt wie einb Tauwerksbündel, ungefähr 5 Meter. Klar, das dann die Schraube nicht mehr arbeiten kann.
Kommt vom Klarlegen vor dem Anlegemanöver, der Wind hat sie einfach über Bord geweht; und alle Fender wieder an Deck!
Was gelernt, Leinen klarlegen bei viel Wind ist gefährlich….

Sonst kein Schaden, alles wieder gut, nur immer noch zuviel Wind für die Brücke. Die ruft gegen 16:00 an, der Wind nimmt ab, ich soll mich klarmachen. Also los, in der Schleuse etwas Abdeckung, immer noch 20 Knoten. Schon sehr hilfreich, so ein Bugstrahlruder.
Nach der Schleuse ´rein nach Willemstadt in den alten Hafen., Da kann ich morgen abwettern, falls tatsächlich wieder so viel Wind kommt., Internet, Radio, überall Windwarnungen, morgen in Böen 55 Knoten. Na ja, abwarten.
Hinter kommt gerade – 20:00, eine große Bavaria, heute von Amsterdam!
Will noch weiter bis Brouwershaven, auch solo!

Ich bin nicht der einzige Verrückte, gut so….Jetzt was essen gehen und dann lekker snurken!

 

 

 

 

 

Die holländische Küste macht dicht!

Die Holländische Küste macht dicht. Sturmflut.
Das Sturmflutsperrwerk in Capelle an der Ijssel wurde geschlosmachte dicht, also ist heute die Ijssel dicht.
Wenn die morgen nicht aufmachen, das kann ich telefonisch erfragen, müssen wir uns woanders treffen.

Heute steigt im Hafen das Wasser durch Winddruck über die Stege, ich mußte bei 35 kn Wind das Boot in eine enge Lücke verlegen. Ich liebe das Bugstrahlruder. Liege jetzt im Binnenhafen und merke, wie das Wasser steigt.